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Medizin

Mehr Wissen zum Zusammenhang von Stillen und kindlicher Adipositas nötig

Freitag, 10. April 2015

dpa

Cincinnati – Die Bedeutung des Stillens für die kindliche Ernährung hebt ein neuer Review hervor, der jetzt in der Zeitschrift Current Obesity Reports (DOI: 10.1007/s13679-015-0148-9) erschienen ist. Die Autoren um Jessica Woo und Lisa Martin vom Cincinnati Children's Medical Center haben darin rund 80 relevante Studien zum Thema ausgewertet. „Muttermilch ist die optimale Nahrung für die Kinder, weil es die Nährstoffe, immunaktiven Substanzen und anderer Faktoren enthält, die für die Kinder zu ihrem jeweiligen Entwicklungsstand notwendig sind“, betonen die Autoren.

Zahlreiche Beobachtungsstudien und Metaanalysen hätten gezeigt, das Stillen Über­gewicht in der Kindheit und danach wirkungsvoll verhindern könne. Konkret ist nach den Studien der vergangenen 20 Jahre das Risiko für Kinder, übergewichtig zu werden, um 12 bis 24 Prozent geringer, wenn ihre Mütter sie stillten – gegenüber Kindern, die indus­trielle Kindernahrung erhalten.

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Woo und Martin fordern jetzt in ihrem Review aber einen detaillierteren Blick auf die Zusammenhänge. „Die Forschung sollte jetzt über die bisherigen Beobachtungsstudien hinausgehen, weil diese nicht immer präzise sind. Sie beruhen häufig auf der Fähigkeit der Mütter, Details zur Ernährung ihrer Kinder zu erinnern und wiederzugeben“, beschrei­ben sie ein methodisches Problem der Beobachtungsstudien. Außerdem sei Übergewicht und Adipositas ein zu komplexes Phänomen, um es allein darauf zurück­zuführen, welche Milch die Betroffenen als Baby erhalten haben.

Woo und Martin schlagen drei Ansätze vor, um den Blick auf das Thema zu differen­zieren: Zunächst die Bedeutung mütterlichen Übergewichts auf die Gewichtsentwicklung der Kinder, den Einfluss des Stillens auf die Entwicklung des kindlichen Verdauungs­systems und die Entwicklung der kindlichen Ernährung auf die Ausbildung von Ernährungsgewohnheiten und Geschmack des Kindes.

© hil/aerzteblatt.de

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