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Medizin

Herzinsuffizienz beeinträchtigt geistige Fähigkeiten

Freitag, 10. April 2015

Mannheim – Herzinsuffizienz scheint die kognitiven Fähigkeiten der Patienten zu beeinträchtigen, was sich nachteilig auf ihre Prognose auswirkt. Ein gezieltes Gehirn-Training könnte dem aber entgegenwirken. Das berichtet Sonja Wedegärtner vom Universitätsklinikum des Saarlandes auf der 81. Jahrestagung der Deutschen Gesell­schaft für Kardiologie (DGK). Zu den betroffenen kognitiven Bereichen zählen soge­nannte exekutive Funktionen, zum Beispiel die wie Initiation und die Inhibition von Handlungen, das episodische Gedächtnis und Arbeitsgedächtnis, die Aufmerksamkeit und die Verarbeitungsgeschwindigkeit.

„Einschränkungen wie schlechtere Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit und Verar­beitungsgeschwindigkeit gehen bei Herzschwäche-Patienten mit erhöhter Sterblichkeit einher, beeinträchtigen die Lebensqualität und Therapietreue, führen zu vermehrten Kranken­haus­auf­enthalten und somit auch zu erheblichen Gesundheitskosten“, berichtete die Psychologin in Mannheim.

Studien mit gesunden Probanden zeigten, dass die genannten Bereiche trainierbar seien. Dabei führen computerbasierte kognitive Trainingsprogramme laut der Arbeitsgruppe zu einer Leistungsverbesserung in den trainierten Aufgaben und zu Verbesserung in neuen, nicht trainierten Aufgaben – es findet also ein sogenannter Transfer statt.

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Allerdings ist laut den Wissenschaftlern bislang weitgehend unklar, inwiefern die Befunde von Gesunden auf Erkrankte übertragen werden können, da Studien mit kognitiv beeinträchtigten Erwachsenen bisher selten seien. Erste kognitive Trainingsstudien mit Patienten, die unter einem sogenannten mild cognitive impairment litten, gäben jedoch Hinweise darauf, dass auch diese Gruppen von einem kognitiven Training profitieren könnten.

Die sogenannte CogTrain-HF-Studie werden den Effekt des Trainings weiter unter­suchen und dabei auf die Bereiche verbales Arbeitsgedächtnis, visuell-räumliches Arbeitsgedächtnis und kognitive Flexibilität fokussieren, die sich in Studien mit gesunden Probanden als effektiv erwiesen hätten. © hil/aerzteblatt.de

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