Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Psychische Erkrankungen bei Männern häufiger unerkannt als bei Frauen

Montag, 13. April 2015

Berlin – Psychische Erkrankungen bei Männern werden oft nicht erkannt oder nur unzureichend therapiert. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) im Vorfeld des sogenannten Männergesundheitskongresses in Berlin hin. Veranstalter des Kongresses sind die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Bundes­ministerium für Gesundheit (BMG).

Laut der Fachgesellschaft erkranken in Deutschland innerhalb eines Jahres knapp fünf Prozent der erwachsenen Männer an einer Depression. Bei Frauen liegt der Wert im gleichen Zeitraum bei über zehn Prozent. Gleichzeitig seien aber bei Männern Suchterkrankungen und Suizide häufiger. „Diese Daten legen nahe, dass psychische Erkrankungen bei Frauen spezifischer erfasst werden“, sagt Anette Kersting, Leiterin des DGPPN-Fachreferates für geschlechterspezifische Fragen in der Psychiatrie.

Die psychiatrisch-psychotherapeutische Diagnostik erfasse depressive Symptome bei Männern nur unzureichend. „Die erfragten depressiven Symptome wie Niedergeschlagenheit, Grübeln, Antriebslosigkeit und Rückzugstendenzen gelten als eher weiblich. Männer hingegen versuchen immer noch ihre seelischen Probleme zu verstecken und schildern häufiger körperliche Symptome“, so Kersting.

Neben den üblichen depressiven Symptomen träten bei Männern häufiger Gereiztheit, Irritabilität, Aggressivität, Wut oder antisoziales Verhalten auf. „Depressive Symptome bei Männern können also durch geschlechtstypische Stresssymptome maskiert sein, mit der Folge, dass eine vorliegende Depression nicht diagnostiziert und nicht behandelt wird“, so die DGPPN-Expertin.

„Das Gesundheitswesen muss sich auf die spezifisch männlichen Aspekte der Psychopathologie und Psychodynamik psychischer Erkrankungen, aber auch auf die geschlechtsbedingten Prävalenzunterschiede psychischer Erkrankungen und der männlichen Besonderheiten in der diagnostischen Zuordnung einstellen“, fordert die DGPPN-Präsidentin Iris Hauth. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

13.10.17
Erhöhtes Risiko für psychische Erkrankung bei Krebsverdacht und -diagnose
Frankfurt am Main – Verdachtsdiagnosen auf Brust- oder verschiedene Formen von Genitalkrebs bei Frauen sind mit einem höheren Risiko verknüpft, an einer Depression, Angst- oder Anpassungsstörung zu......
11.10.17
Psychisch Kranke werden häufig ausgegrenzt
Berlin – Menschen mit psychischen Erkrankungen haben immer noch häufig mit Ausgrenzung zu kämpfen. Angst vor Zurückweisung und Stigmatisierung sei für die Betroffenen eine hohe Belastung, teilte die......
11.10.17
Universität Hildesheim bildet Psychologen für Gefängnisse aus
Hildesheim – Zur Gewinnung von Fachkräften für die Gefängnisse und den Maßregelvollzug hat Niedersachsen an der Universität Hildesheim den neuen Schwerpunkt Rechtspsychologie geschaffen. Das Angebot......
10.10.17
Rund eine Million Erwachsene in Bayern leiden unter Depressionen
München – Zu einem offenen Umgang mit psychischen Erkrankungen hat Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) aufgerufen. „Wer sich ein Bein bricht, geht zum Arzt. Das sollte auch bei einer......
10.10.17
Inklusive Konzepte in Afrika eröffnen Perspektiven für die Versorgung
Berlin – Psychische Erkrankungen belasten Menschen weltweit, die jeweiligen Lebensbedingungen und Gesundheitssysteme sind aber ausgesprochen unterschiedlich. Anlässlich des Weltkongresses für......
10.10.17
Krankenhaus will mit Plakaten für psychische Erkrankungen sensibilisieren
Ansbach – Depression, Burnout, Sucht, Essstörung. Mit einer eher ungewöhnlichen Plakat-Kampagne machen die Bezirkskliniken Mittelfranken auf psychische Erkrankungen aufmerksam. Krankheiten der Psyche......
06.10.17
Modellvorhaben in Baden-Württemberg soll Kindern mit psychischen Störungen helfen
Tübingen/Stuttgart – Ein Modellvorhaben von AOK Baden-Württemberg, Universitätsklinikum Tübingen und Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) soll die Versorgung von......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige