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Psychische Erkrankungen bei Männern häufiger unerkannt als bei Frauen

Montag, 13. April 2015

Berlin – Psychische Erkrankungen bei Männern werden oft nicht erkannt oder nur unzureichend therapiert. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) im Vorfeld des sogenannten Männergesundheitskongresses in Berlin hin. Veranstalter des Kongresses sind die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Bundes­ministerium für Gesundheit (BMG).

Laut der Fachgesellschaft erkranken in Deutschland innerhalb eines Jahres knapp fünf Prozent der erwachsenen Männer an einer Depression. Bei Frauen liegt der Wert im gleichen Zeitraum bei über zehn Prozent. Gleichzeitig seien aber bei Männern Suchterkrankungen und Suizide häufiger. „Diese Daten legen nahe, dass psychische Erkrankungen bei Frauen spezifischer erfasst werden“, sagt Anette Kersting, Leiterin des DGPPN-Fachreferates für geschlechterspezifische Fragen in der Psychiatrie.

Die psychiatrisch-psychotherapeutische Diagnostik erfasse depressive Symptome bei Männern nur unzureichend. „Die erfragten depressiven Symptome wie Niedergeschlagenheit, Grübeln, Antriebslosigkeit und Rückzugstendenzen gelten als eher weiblich. Männer hingegen versuchen immer noch ihre seelischen Probleme zu verstecken und schildern häufiger körperliche Symptome“, so Kersting.

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Neben den üblichen depressiven Symptomen träten bei Männern häufiger Gereiztheit, Irritabilität, Aggressivität, Wut oder antisoziales Verhalten auf. „Depressive Symptome bei Männern können also durch geschlechtstypische Stresssymptome maskiert sein, mit der Folge, dass eine vorliegende Depression nicht diagnostiziert und nicht behandelt wird“, so die DGPPN-Expertin.

„Das Gesundheitswesen muss sich auf die spezifisch männlichen Aspekte der Psychopathologie und Psychodynamik psychischer Erkrankungen, aber auch auf die geschlechtsbedingten Prävalenzunterschiede psychischer Erkrankungen und der männlichen Besonderheiten in der diagnostischen Zuordnung einstellen“, fordert die DGPPN-Präsidentin Iris Hauth. © hil/aerzteblatt.de

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