NewsVermischtesKnochenbrüche durch Osteoporose verursachen hohe Kosten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Knochenbrüche durch Osteoporose verursachen hohe Kosten

Dienstag, 14. April 2015

Präventionsprogramme sind für Osteoporose-Erkrankte wichtig /dpa

Hamburg – Knochenbrüche verursachen bei 50-jährigen Frauen mit Osteoporose mehr als dreimal so hohe Lebenszeitkosten für Behandlung und Pflege als bei Frauen, die niemals an Osteoporose erkranken. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE). Demnach sind die größten Kostentreiber dabei Klinikaufenthalte und frakturbedingte Langzeitpflege, auf die nahezu 70 Prozent der Gesamtkosten entfallen.

Dem HCHE zufolge gehören osteoporotische Knochenbrüche für Frauen ab 50 Jahren zu den häufigsten Leiden, noch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs. „Mit der zu erwartenden demografischen Entwicklung werden die Gesamtkosten für osteoporotische Frakturen weiter stark steigen“, erklärte Hans-Helmut König, Forscher am HCHE. Dies werde sich insbesondere auf die Kosten von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen auswirken und damit sowohl die Sozialversicherung als auch die Patientinnen und deren Angehörige finanziell belasten.

Anzeige

Der Studie zufolge muss eine 50-jährige Frau mit einer Wahrscheinlichkeit zwischen 40 und 50 Prozent damit rechnen, im Laufe ihres weiteren Lebens eine oder mehrere osteoporotische Frakturen zu erleiden. Wer mit 50 Jahren bereits Osteoporose hat, bei dem liegen die zu erwarteten Lebenszeitkosten für Knochenbrüche um das 3,3-fache höher als bei Frauen, die niemals an Osteoporose erkranken werden. Letztere verursachen für die Behandlung von Knochenbrüchen und anschließende Pflege durchschnittlich rund 5.400 Euro an Lebenszeitkosten, bei Osteoporose-Patientinnen im Alter von 50 Jahren sind dies rund 18.600 Euro.

Circa 58 Prozent der Hüftfrakturen bei Frauen sind auf Osteoporose zurückzuführen
Den Forschern zufolge gehören dabei Hüftfrakturen zu den häufigsten Brüchen: So bekommt durchschnittlich jede fünfte Frau eine Hüftfraktur im Laufe ihres Lebens, wobei circa 58 Prozent aller Hüftfrakturen direkt auf Osteoporose zurückzuführen sind. Gleichzeitig führen Hüftfrakturen auch zu den größten Kosten von den sechs untersuchten Frakturtypen. Sie alleine verursachen bereits etwa 43 Prozent aller Behandlungskosten, gefolgt von Wirbelfrakturen mit 18 Prozent und Oberarmbrüchen mit 15 Prozent.

Das Frakturrisiko steigt ab 75 Jahren rapide an
Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, dass im Alter zwischen 50 und 70 Jahren nur ein relativ geringes Risiko für Knochenbrüche besteht und demzufolge nur wenig Kosten anfallen. Einen sprunghaften Anstieg gibt es ab 75 Jahre. Bis zu einem Alter von 95 Jahren steigen die jährlichen Kosten für Behandlung und Pflege von Knochen­brüchen um 600 Prozent.

„Wer Osteoporose bereits hat oder eine erhöhte Wahr­scheinlichkeit dafür besitzt, kann durch verschiedene Maßnahmen wie Sturzpräven­tionsprogramme, Balance-Training, körperliche Aktivität oder Medikamente das Risiko für eine Fraktur verringern“, betonte der HCHE-Forscher Florian Bleibler. Zudem sollten vorhandene Präventionsprogramme weiter ausgebaut werden. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. September 2019
Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat erstmals eine Gesundheitstechnologie für das European Network for Health Technology Assessment (EUnetHTA)
Kein Beleg für Nutzen eines allgemeinen Osteoporosescreenings
18. Juli 2019
San Francisco – Das zur HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) in Kombination mit Emtricitabin eingesetzte Tenofovir kann die Knochendichte reduzieren. Die Auswirkungen sind laut einer Studie in AIDS
PrEP erhöht Osteoporose-Risiko in Studie relativ gering
21. März 2019
Göttingen – Ärzte sollten bei Patienten mit einer längerfristigen Glukokortikoid-Therapie stets an das Risiko einer sekundären Osteoporose denken und eine entsprechende Prävention vorsehen. Das rät
Endokrinologen raten bei Glukokortikoidtherapie zur Osteoporoseprävention
28. Januar 2019
Melbourne – Die Injektion von thermoplastischem Kunststoff („Knochenzement“) kann nach einer Kompressionsfraktur den Wirbelkörper stabilisieren. Doch dass perkutane Vertebroplastie und Kyphoplastie
Kompressionsfraktur: Task Force bezweifelt Nutzen von Knochenzement
18. Januar 2019
Newcastle upon Tyne – Die monatliche Einnahme von Vitamin D3 über ein Jahr hat in einer randomisierten klinischen Studie im American Journal of Clinical Nutrition (2019; doi: 10.1093/ajcn/nqy280) zwar
Osteoporose: Auch hoch dosiertes Vitamin D kann Knochendichte nicht erhöhen
4. Januar 2019
München – Die Versorgung von Osteoporosepatienten verbessern wollen Ärzte und Wissenschaftler um Wolfgang Böcker und Christian Kammerlander von der Klinik für Allgemeine, Unfall- und
Münchener Chirurgen wollen Versorgung von Osteoporosepatienten verbessern
2. Januar 2019
Montreal – Die Knochendichte, deren Verminderung im Alter die Ursache der Osteoporose ist, wird durch 518 Genvarianten beeinflusst, die nach den Ergebnissen einer genomweiten Assoziationsstudie (GWAS)
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER