NewsHochschulenNeue Ausstellung zu Paul Ehrlich eröffnet
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Neue Ausstellung zu Paul Ehrlich eröffnet

Mittwoch, 15. April 2015

Paul Ehrlich in seinem Arbeitszimmer

Berlin – Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité hat gestern seine neue Ausstellung „Arsen und Spitzenforschung“ eröffnet. Sie beschäftigt sich mit dem vielseitigen Wirken des Nobelpreisträgers Paul Ehrlichs anlässlich dessen 100. Todestages in diesem Jahr. In Berlin zu besichtigen ist die Ausstellung vom 15. April bis zum 27. September; vom 29. Oktober bis 3. April 2016 dann im Historischen Museum Frankfurt.

Die Ausstellung stellt Ehrlichs (1854 bis 1915) Leistungen in den Kontext seiner Zeit. „Paul Ehrlich war der Schrittmacher einer neuen Medizin“, sagte Thomas Schnalke, Direktor des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité, zur Eröffnung der Ausstellung in Berlin. „Sein wissenschaftliches Werk, die vielen Facetten seiner Persönlichkeit und die sich damals rasch wandelnden Erkenntnisse in der Medizin – das finden die Besucher in der Ausstellung spannend gespiegelt.“

Anzeige

Als „gelungen“ und „anregend“ bezeichnete die Ausstellung auch die Urenkelin von Paul Ehrlich, Elizabeth Brody, die zur Eröffnung von New York (USA) nach Berlin gekommen war. Ihre Großmutter war Marianne Landau, die jüngere Tochter von Paul Ehrlich. „Meine Kenntnisse von Ehrlich’s Bedeutung haben sich stetig erweitert. Ich freue mich, heute noch mehr lernen zu dürfen in dieser wichtigen Ausstellung“, sagte sie.   

Bereits als Medizinstudent erkannte Paul Ehrlich das Potenzial von Teer-Farbstoffen, um Gewebe im Mikroskop besser sichtbar zu machen und brachte er Färbetechniken zur Untersuchung von Harn- und Blutproben voran. An der Berliner Charité konnte Paul Ehrlich erstmals die Unterschiede zwischen weißen Blutzellen deutlich sichtbar machen und prägte die Begriffe „basophil“, „neutrophil“ und „eosinophil“.  

Ferner kann Paul Ehrlich als Mitbegründer des neuen Wissenschaftsfelds der Immunologie bezeichnet werden: Gemeinsam mit dem Serologen Emil von Behring entwickelte er ein Serum gegen die Diphtherie. Für die sogenannte Seitenkettentheorie, mit der Ehrlich die Bildung von Antikörpern zur Immunabwehr erklärte, erhielt er 1908 den Nobelpreis für Medizin. 1910 gelang Paul Ehrlich mit dem arsenhaltigen Präparat Salvarsan der Durchbruch gegen Syphilis. Es gilt als das  erste synthetische Antibiotikum.

Nach Jahren seiner Tätigkeit in Berlin wechselte Ehrlich 1899 mit einem eigenen Institut zur staatlichen Serumprüfung – das heutige Paul-Ehrlich-Institut in Langen (Hessen) – nach Frankfurt am Main. „Dort fand er als jüdischer Forscher Förderer im jüdischen Wirtschaftsbürgertum und Partner in der Farbenindustrie“, erläuterte Jan Gerchow, Direktor des Historischen Museums Frankfurt.

Er habe  im deutschen Kaiserreich die zunehmende antisemitische Stimmung zu spüren bekommen. „Erst im letzten Lebensjahr hat sich seine Hoffnung auf eine ordentliche Professur an der neu gegründeten Frankfurter Universität erfüllt“, berichtete Gerchow. Heute ist er eine zentrale Figur der Frankfurter und Berliner Geschichte. © ER/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER