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Politik

Vierlinge mit 65 Jahren: Frauenärzte warnen vor großen Risiken

Dienstag, 14. April 2015

Berlin – Nach dem Bekanntwerden einer Vierlingsschwangerschaft bei einer 65-jährigen Berlinerin haben Frauenärzte vor den großen gesundheitlichen Risiken gewarnt. Vierlingsschwangerschaften seien „in jedem Alter mit erheblichen Risiken und Gefahren für Mutter und Kinder verbunden", erklärte der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) am Dienstag in Berlin.

So steige das bei einer älteren Frau ohnehin schon erhöhte Thromboserisiko. Auch das Risiko für Bluthochdruck und Schwangerschaftsdiabetes sei bei  Mehrlings­schwangerschaften – unabhängig vom Alter – erhöht. Außerdem drohten durch die Überdehnung der Gebärmutter schwere Blutungen.

Den Babys drohe während der Schwangerschaft eine Unterversorgung und schließlich eine Frühgeburt mit andauernden gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Seh- und Hörschäden sowie Entwicklungsstörungen. „Es ist ausgeschlossen, dass Vierlinge reif geboren werden”, erklärte der Berufsverband. Vierlingsschwangerschaften werden demnach im Durchschnitt bereits nach 31 Schwangerschaftswochen beendet. Auch die „Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder ihre Mutter noch nach ihrem 20. Lebensjahr haben, ist gering.”

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Nach Angaben der Frauenärzte bedeutet jede Schwangerschaft unabhängig vom Alter der Mutter eine erhebliche Belastung für Körper und Kreislauf. Von einer Schwanger­schaft wie im Fall der 65-Jährigen, die mittels Samen- und Eizellspende und mit Hilfe einer Hormonbehandlung entstand, „kann deshalb nur abgeraten werden".

Die Berliner Grundschullehrerin Annegret R. hat sich im Ausland durch eine Eizellen- und Samenspende künstlich befruchten lassen, wie RTL und Bild am Sonntag berichtetet hatten. Sie hat bereits 13 Kinder, ihre jüngste Tochter ist neun Jahre alt. Kritik an ihrer späten Schwangerschaft wies R. in der RTL-Sendung "Extra" zurück. „Ich finde, das muss man für sich selber entscheiden", sagte sie. Eine so genannte Reduktion, also ein selektiver Schwangerschaftsabbruch bei Mehrlingsschwangerschaften, sei für sie nie infrage gekommen. © afp/aerzteblatt.de

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