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Medizin

Neonatales Abstinenzsyndrom durch Schmerzmittel in der Schwangerschaft

Mittwoch, 15. April 2015

Memphis – Das neonatale Abstinenzsyndrom tritt in den USA nicht mehr nur bei Neugeborenen von drogenabhängigen Müttern auf. Eine Studie in Pediatrics (2015; doi: 10.1542/peds.2014-3299) zeigt, dass auch opioid-haltige Schmerzmittel zu den Auslösern gehören.

Von den Schwangeren, die im US-Staat Tennessee die Leistungen der Krankenver­sicherung für sozial Schwache, Medicaid, in Anspruch nehmen, hatten in den Jahren 2009 bis 2011 nicht weniger als 28 Prozent während der Schwangerschaft Rezepte für opioid-haltige Schmerzmittel erhalten. Die meisten Rezepte wurden auf kurzwirkende Opioide ausgestellt, langwirkende Opiate oder gar eine Erhaltungstherapie waren die Ausnahme.

Dennoch ließen sich negative Auswirkungen der Opiate auf die Neugeborenen nachweisen. Diese kamen laut Stephen Patrick häufiger als Frühgeburt zur Welt, hatten öfter ein niedriges Geburtsgewicht, und Komplikationen wie Mekoniumaspirations­syndrom wurden ebenfalls begünstigt, stellte Stephen Patrick vom Monroe Carell Jr. Kinderkrankenhaus an der Vanderbilt Universität in Memphis fest.

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Nicht alle Kinder erkranken an einem neonatalen Abstinenzsyndrom, wenn ihre Mutter in der Schwangerschaft Opioide eingenommen hat. Die Studie zeigt, dass neben der Art und der Einnahmedauer des Opioids auch die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten und die Einnahme von Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer eine Rolle spielen. Kommen diese Faktoren zusammen, dann hatten die Kinder ein um den Faktor 2,08 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,67-2,60) erhöhtes Risiko auf ein neonatales Abstinenzsyndrom.

Da viele Kinder, die durch körperliche Unruhe auffallen und manchmal sogar ein Atemnotsyndromen entwickeln, häufig auf Intensivstationen behandelt werden, hat die häufige Verordnung von Opioiden in der Schwangerschaft auch finanzielle Folgen. Auf jeden Dollar, der für die Schmerzmittel ausgegeben werde, kommen laut Patrick 50 Dollar für die Behandlung des neonatalen Abstinenzsyndroms. Bezogen auf die USA seien dies 720 Millionen US-Dollar pro Jahr, schreibt der Pädiater.

© rme/aerzteblatt.de

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