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Medizin

Ibrutinib verbessert Prognose bei Morbus Waldenström

Mittwoch, 15. April 2015

Boston – Der kürzlich für die Behandlung von Morbus Waldenström zugelassene Tyrosinkinase-Inhibitor Ibrutinib könnte künftig für viele Patienten die Prognose verbessern. Wissenschaftler um Steven Treon am Dana-Farber Cancer Institute berichten darüber im New England Journal of Medicine (http://dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1501548).

Morbus Waldenström ist ein niedrig malignes Non-Hodgkin Lymphom, bei welchem die entarteten B-Zellen überschüssige Mengen des Immunglobulins M (IgM) produzieren. Es ist dem häufigeren Plasmozytom ähnlich, hat jedoch eine deutlich bessere Prognose. Im Januar dieses Jahres hat die Food and Drug Administration in den USA Ibrutinib für die Behandlung des Morbus Waldenström zugelassen.

Das Medikament hemmt die Bruton-Tyrosinkinase, welches in den bösartigen B-Zellen eine wichtige Rolle in einer Signal­kaskade spielt, die das Wachstum der Zellen beeinflusst. Es wurde ursprünglich für die Behandlung anderer niedrig maliger Lymphome wie der chronisch lymphatischen Leukämie und dem Mantelzelllymphom zugelassen. 

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Die Forscher werteten die Daten einer Phase-II-Studie mit 63 Patienten aus, die bereits symptomatisch waren. Die Patienten waren alle wenigstens einmal vorbehandelt und erhielten eine Dosis von 420 mg Ibrutinib täglich, solange sich keine Resistenzen oder zu starke toxische Effekte zeigten.  

Die IgM-Spiegel der Patienten fielen von durchschnittliche 3.520 auf 880 Milligramm pro Deziliter (Normwerte ca. 40-240mg/dl), die medianen Hämoglobinwerte stiegen von 10,5 auf 13,8 Gramm pro Deziliter und die Knochemarksinfiltration fiel von durchschnittlich 60 auf 25 Prozent. 

Die Ansprechraten des Medikaments waren mit 90,5 Prozent sehr hoch, wobei 73 Prozent der Behandelten klinisch besonders gut ansprachen. Das Ansprechen hing stark von dem Mutationsstatus zweier Gene ab: MYD88 und CXCR4. Patienten, bei welchen nur MYD88 mutiert war, hatten Ansprechraten von 100 Prozent, während Patienten, bei denen beide Gene als Wildtyp vorlagen, Ansprechraten von 71,4 Prozent zeigten.

Das progressionsfreie Überleben nach zwei Jahren betrug 69,1 Prozent, mit einem Gesamtüberleben von 95,2 Prozent. Häufige Nebenwirkungen des Medikaments waren Neutro- und Thrombozytopenien (22 beziehungsweise 14 Prozent).

Die vorläufigen Ergebnisse der Studie bescheinigen dem Medikament gute Erfolge. Die Forscher weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Wissen über die Mutationen der Patienten wichtige Hinweise auf die Erfolgswahrscheinlichkeit gibt und Ärzte sie daher im Rahmen einer personalisierten Medizin bestimmen sollten. © hil/aerzteblatt.de

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