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Sport auch mit künstlichen Gelenken sinnvoll

Mittwoch, 15. April 2015

dpa

Berlin – Auch Patienten mit Endoprothesen sollten Sport treiben. Das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik. Studien zeigen laut der Fachgesellschaft, dass bestimmte Sportarten wie Radfahren und Schwimmen sich mit Kunstgelenken gut vertragen.

In den ersten sechs Monaten nach der Operation sollten aber insbesondere die Patienten, welche mit zementfrei implantierten Prothesen versorgt wurden, zurückhaltend sein. „Der Knochen braucht die Zeit, um eine feste Verbindung zur Endoprothese aufzubauen“, sagte der Generalsekretär der Gesellschaft für Endoprothetik, Karl-Dieter Heller, Chefarzt an der Orthopädischen Klinik Braunschweig. Er rät Patienten, diese Zeit für Krankengymnastik und Muskelaufbautraining zu nutzen.

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Danach sollten Menschen mit Kunstgelenken jene Sportarten vorziehen, die sie aus früheren Zeiten kennen. „Routine und Erfahrung mit vertrauten Bewegungsabläufen verhindern, dass es zu Verletzungen kommt und oft sind das das auch die Sportarten, in denen sich Patienten sicher und wohl fühlen“, so Heller.

Ärzte fürchteten lange Zeit, dass Kunstgelenke sich durch Sport lockern und schneller verschleißen könnten. „Wir gingen davon aus, dass körperliche Schonung die Stabilität des Kunstgelenks verbessert und die Tragezeiten verlängert“, erläuterte Heller.

Studien hätten jedoch gezeigt, dass der Verzicht auf Sport die Gesundheit der Patienten eher schädigt. „Bewegungsmangel ist eine wichtige Ursache für chronische Erkran­kungen, die auch den Knochen betreffen“, sagte der Präsident der Fachgesellschaft, Heiko Reichel, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik der Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm.

Dazu gehöre zum Beispiel die Osteoporose. Sie gefährde die Verankerung der Kunstgelenke im Knochen. „Sport kann sich hier günstig auswirken und möglicherweise sogar die Tragezeit der Kunstgelenke verlängern“, so Reichel. Hinzu komme, dass mangelnde Fitness eine häufige Ursache für Stürze und Knochenbrüche sei. Schon Stolpern belaste die Kunstgelenke stärker als die meisten Sportarten. „Am besten ist das Kunstgelenk geschützt, wenn trainierte Muskeln und straffe Bänder es umgeben“, so der Orthopäde. © hil/aerzteblatt.de

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