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Politik

Berliner Pflegekräfte sprechen sich für eine Pflegekammer aus

Mittwoch, 15. April 2015

Berlin – Die Mehrheit der Berliner Pflegekräfte hat sich für die Errichtung einer Pflegekammer ausgesprochen. Das geht aus der Studie „Akzeptanz einer Pflege­kammer“ hervor, die der Berliner Gesundheitssenat in Auftrag gegeben hatte. Demnach votierten knapp 60 Prozent der Befragten für die Gründung einer Pflege­kammer und 17 Prozent dagegen. 14 Prozent gaben zudem an, die Sachlage nicht beurteilen zu können und weitere zehn Prozent machten keine Angaben.

Die größte Zustimmung gab es dabei bei den Krankenpflegern (62 Prozent), gefolgt von den Kinderkrankenpflegern (52 Prozent) und den Altenpflegern (50 Prozent). Für die Studie hatte die Alice Salomon Hochschule Berlin zwischen November 2014 und März 2015 etwa 1.200 Pflegekräfte befragt.

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„Dieses klare Votum nehme ich als eindeutigen Auftrag, um die weiteren Schritte zur Gründung einer Pflegekammer zu gehen“, erklärte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU). „Dafür werde ich in den kommenden Wochen zu einem öffentlichen Fachdialog mit allen wichtigen Akteuren einladen. Er dient auch dazu, wertvolle Erfahrungen aus jenen Bundesländern zu sammeln, in denen bereits Gründungsprozesse laufen.“

Vor Berlin haben sich Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Niedersachsen für die Gründung von Pflegekammern entschieden. Als einziges Bundesland hat bislang Hamburg verkündet, keine Pflegekammer einrichten zu wollen, nachdem sich die Pflegekräfte der Hansestadt mehrheitlich dagegen ausgesprochen hatten.

Pflegerat begrüßt das Ergebnis der Umfrage
„Das ist eine eindeutige Botschaft und ein eindeutiger Auftrag an die Politik, die Gründung einer Berliner Pflegekammer voranzutreiben“, kommentierte der Präsident des Deutschen Pflegerates, Andreas Westerfellhaus, das Ergebnis der Umfrage. „Der Deutsche Pflegerat ist bereit, den jetzt notwendigen politischen Dialog gemeinsam zu führen und wird alles daran setzen, dass die Berliner Pflegekammer zügig kommt.“ Mehr als je zuvor sei die Zeit reif für eine Pflegekammer, die die Interessen der Pflegefach­personen professionell vertritt.

„Auch die Gründung einer Bundes­pflege­kammer rückt näher“
Die bundesweit erste Landespflegekammer hat zum Jahresbeginn in Rheinland-Pfalz ihre Arbeit aufgenommen. Anfang April hat das Anmeldeverfahren für die künftigen Mitglieder begonnen. Gemäß novelliertem Heilberufsgesetz müssen sich nun alle Berufsange­hörigen der Gesundheits- und Krankenpflege, der Gesundheits- und Kinderkranken­pflege sowie der Altenpflege, die in Rheinland-Pfalz ihren Beruf ausüben, bei ihrer Kammer melden und sich dort erfassen lassen.  Die Berufsangehörigen, die ihren Beruf nicht oder nicht mehr ausüben oder ihrer beruflichen Tätigkeit außerhalb des Bundes­landes nachgehen, steht die Mitgliedschaft in der Pflegekammer offen. Gleiches gilt für alle Auszubildenden.

„Wir freuen uns mit den Kolleginnen und Kollegen in Berlin und sind auf die dortigen nächsten Schritte gespannt“, erklärte der Vorsitzende des Gründungsausschusses der Pflegekammer, Markus Mai, heute. In jedem Fall sei das Ergebnis eine Stärkung für die Pflege in Berlin. Auch die Gründung einer Bundes­pflege­kammer, um auf nationale Entscheidungen im Gesundheitswesen Einfluss im Sinne der Berufsgruppe zu nehmen, rücke nun näher, meinte Mai. © fos/aerzteblatt.de

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