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Politik

Koalition bekräftigt Willen zur besseren Versorgung Sterbender

Donnerstag, 16. April 2015

Berlin – Die große Koalition hat ihren Willen bekräftigt, allen sterbenskranken Menschen in Deutschland die Hospiz- und Palliativversorgung zugänglich machen. Die Fraktionsspitzen von Union und SPD bestätigten bei ihrer Klausur am Donnerstag in Göttingen den bisherigen Zeitplan, wonach in der ersten Jahreshälfte ein Gesetzentwurf zu Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung vorliegen soll. Ein Referentenentwurf des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium liegt bereits vor.

„Wir sind überzeugt, dass nicht die aktive Sterbehilfe die richtige Antwort auf die Sorgen und Nöte Schwerstkranker und Sterbender ist, sondern eine umfängliche ärztliche, pflegerische und psychosoziale Begleitung bis zum Schluss”, heißt es in den Papier.

Christliche Krankenhäuser fordern ausreichende palliativmedizinische und -pflegerische Kompetenz in der stationären Versorgung
Auch die von  beiden Kirchen getragenen Krankenhäuser in Deutschland sprechen sich für eine bessere Begleitung Sterbender in den Kliniken aus. Krankenhäuser, die bereits jetzt einen großen Anteil an der Sterbebegleitung hätten, müssten verbesserte Möglichkeiten der Palliativversorgung erhalten, erklärte der Zusammenschluss Christliche Krankenhäuser in Deutschland am Donnerstag in Berlin. Zudem müssten Krankenhäuser und ambulanter Bereich bei der Versorgung Sterbenskranker besser verzahnt werden.

„Es ist nicht nötig, dass jede Klinik über eine spezielle Palliativstation verfügt. Aber in jeder Klinik muss ausreichend palliativmedizinische und -pflegerische Kompetenz vorhanden sein, um schwerstkranke und sterbende Menschen angemessen versorgen zu können, auch auf Normalstationen„, sagte der Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV), Christoph Radbruch.

Nötig sei die Integration palliativer Behandlungskonzepte in die stationäre Regel­versorgung. International bewährt hätten sich multiprofessionelle Palliative Care Teams. Dafür und für die notwendige palliative Fort- und Weiterbildung des Klinikpersonals sollte ein spezifisches Förderprogramm mit bundesweit für die Krankenhäuser abrufbaren Finanzmitteln eingerichtet werden.

Amulante und stationäre palliativmedizinische Angebote besser vernetzen
Der stellvertretende Vorsitzende des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschlands (KKVD), Ingo Morell, sprach sich für eine bessere Vernetzung palliativer Versorgungs­strukturen in Kliniken und im ambulanten Bereich aus. „Einen wichtigen Beitrag dazu könnten multiprofessionell besetzte palliativ-medizinische Institutsambulanzen leisten.” Diese könnten in Regionen ohne ausreichende ambulante palliativmedizinische Versorgung die Nahtstelle zwischen stationär und ambulant überbrücken.

© kna/aerzteblatt.de

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Practicus
am Freitag, 1. Mai 2015, 23:00

Ich befürchte

dass eine geplante besondere Vergütung von Palliativstationen und Hospizen dazu führen wird, dass die humane, zugewandte Pflege ALLER Kranken noch mehr beschädigt wird, als das ohnehin schon der Fall ist.
Das qualifizierte Personal kommt in die profitversprechenden neuen Palliativeinrichtungen, und alle anderen werden noch schlechter mit noch weniger und noch miserabler qualifizierten Personal "versorgt", weil es da ja nichts zu verdienen gibt - dann das Ganze soll ja sicher wie üblich "kostenneutral" umgesetzt werden...
Wenn genügend ausreichend qualifiziertes Personal angemessen bezahlt und ohne Zeit- und Kostendruck vernünftige Pflege leistet, sind Palliativeinrichtungen nämlich überflüssig!
EEBO
am Freitag, 1. Mai 2015, 17:06

Na -

ich kann ganz gut auf das praxisfreie Theoretisieren des Herrn Assessors verzichten, daher: Bloß nicht beschreien...
Senbuddy
am Mittwoch, 29. April 2015, 08:41

Es wird was in die richtige Richtung getan...

...und da gibt es auch noch vieles zu verbessern (siehe Kommentar von Threshold).

Aber wo ist eigentlich Herr Barth alias "Advokatus Diaboli", der in den vergangenen Jahren zum Thema "Sterben" mindestens einen überlangen Kommentar pro Artikel über die Vorteile der juristischen Aspekte von Sterbehilfe brachte ?

Viele Grüße
S.
Threshold
am Montag, 27. April 2015, 13:59

Hospiz- und Palliativversorgung?

Was ich bisher erlebte, das man den Todgeweihten in ein leeres Zimmer am Ende der Station geschoben hat, wo eine Pflegerin alle 1-2 Std mal reinschaute.
Ich kann dieses Sinnfreie Gelaber von unseren Parteibuch Mafiosis nicht mehr hören.

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