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Politik

Ge­sund­heits­mi­nis­ter ruft zum Impfen auf

Freitag, 17. April 2015

dpa

Berlin/Köln – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), das Robert Koch-Institut (RKI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben anlässlich der 10. Europäischen Impfwoche Ende April dazu aufgerufen, Impflücken zu schließen. Grund ist unter anderem die starke Verbreitung der Masern in Berlin und zunehmend auch in Sachsen und Thüringen, die maßgeblich auf die großen Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zurückzuführen sei.

Laut RKI sind die Schulanfänger-Impfquoten in den letzten Jahren zwar kontinuierlich gestiegen beziehungsweise konstant hoch geblieben. So hat sich die Impfquote für die zweite Masernimpfung von 2012 auf 2013 von 92,4 Prozent auf 92,6 Prozent erhöht. Für die Elimination ist dem Institut zufolge allerdings eine Impfquote von 95 Prozent für beide Masernimpfungen erforderlich.

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Diese Quote erreichen bisher Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, knapp darunter liegen Thüringen, Nordrhein-Westfalen und erstmals Rheinland-Pfalz. „Viele Kinder werden aber zu spät gegen die Masern geimpft“, kritisierte RKI-Präsident Lothar Wieler. Studien hätten gezeigt, dass unter den 18 bis 44-Jährigen nur 56,9 Prozent mindestens eine Masernimpfdosis erhalten haben. „Das Erreichen des Eliminationsziels ist nur realistisch, wenn diese Impflücken so schnell wie möglich geschlossen werden“, betonte Wieler. Hierfür erscheine ein aufsuchendes Impfangebot in Kombination mit einer entsprechenden Informationskampagne das einzig erfolgversprechende Konzept.

Deshalb hat die BZgA die Kampagne „Deutschland sucht den Impfpass“ gestartet, mit der sie auf die Überprüfung des Impfstatus und speziell auch auf die Masern-Impfung aufmerksam machen will. „Die Kampagne soll Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, dazu motivieren, ihren Masern-Impfschutz bei ihrem Arzt überprüfen zu lassen und fehlende Impfungen schnell nachzuholen“, erklärte Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung der Impfungen. „Wer sich impfen lässt, zeigt damit nicht nur Verantwortungs­gefühl für sich selbst, sondern für die gesamte Gesellschaft“, erklärte Gröhe. Denn wer leichtfertig eine Impfung ablehne, gefährde auch die, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können, so Gröhe weiter.

„Wir brauchen jetzt eine Kraftanstrengung von Ärzten, Kitas, Schulen und allen anderen Verantwortlichen, um die Impflücken zu schließen“, verwies der Minister. Er betonte, dass bei der Aufnahme in die Kita künftig ein Nachweis über eine ärztliche Impfberatung vorgelegt werden muss. Denn aus zahlreichen Untersuchungen sei bekannt, dass die Patienten beim Impfen dem Rat ihres Arztes oder ihrer Ärztin folgen. Daher soll der Arzt-Patienten-Kontakt eine stärkere Rolle spielen.

© hil/aerzteblatt.de

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