NewsAuslandÄrzte ohne Grenzen: Mehr Mittel für vernachlässigte Krankheiten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Ärzte ohne Grenzen: Mehr Mittel für vernachlässigte Krankheiten

Sonntag, 19. April 2015

Berlin – Der Vorstandsvorsitzende von Ärzte ohne Grenzen Deutschland, Tankred Stöbe, dringt vor dem G7-Gipfel im Juni auf mehr Mittel für die Erforschung vernachlässigter Krankheiten. „Die G7 muss vor allem die Forschung und Entwicklung zu vernach­lässigten Krankheiten anschieben, zum Beispiel über einen Forschungsfonds”, sagte Stöbe in Berlin. Zu dem guten Dutzend an vernachlässigten Krankheiten werde kaum geforscht und es gebe keine Schnelldiagnostika, beklagte Stöbe.

Zu den vernachlässigten Krankheiten zählen etwa Lepra, Tollwut oder die Afrikanische Schlafkrankheit. Die Stärkung der Gesundheitssysteme weltweit wird ein Kernthema des G7-Gipfels sein. Am Montag berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Vorfeld mit Nichtregierungsorganisationen.

Der Mediziner forderte konkret Deutschland auf, sich mehr für die Arzneimittelforschung einzusetzen. „Es muss von der Regierung unterstützte  Produktentwicklungs­partnerschaften zwischen Forschungsinstituten, Stiftungen und Pharmaindustrie geben, damit schlussendlich wirksame, verfügbare und preisgünstige Medikamente und Impfstoffe hergestellt werden”, bekräftigte Stöbe. Die Pharmaunternehmen dürften Gewinne generieren, aber sie sollten „von exorbitant hohen Gewinnerwartungen ablassen”.

Anzeige

Bei der Ebola-Krise hätte Deutschland seine Forschungs- und Nothilfekompetenz beweisen können, da habe es nicht geklappt, fügte Stöbe hinzu. Deutschland habe sich lange auf die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) berufen, „die hat es auch verschlafen”. Und als die Hilfe kam, sei die Umsetzung schwierig gewesen. „Es gibt weiterhin keine Arznei gegen Ebola und keinen Impfstoff. Es ist eine Minimalforderung von uns, dass es als Folge dieser Krise ein verfügbares und erschwingliches Medikament gegen Ebola geben muss”, betonte Stöbe.

© kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

27. März 2020
Augsburg − Als Konsequenz aus der Coronakrise sollte der Katastrophenschutz nach Auffassung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wieder besser ausgerüstet werden. „Die Coronakrise zeigt uns gerade,
Deutsches Rotes Kreuz will Ausbau von Katastrophenschutz
27. März 2020
Berlin − Deutsche Ärzte engagieren sich vermehrt wegen der Coronakrise in Krisenregionen und helfen dort aus. Heute kündigten Ärzte ohne Grenzen und auch Thüringer Ärzte an, unter anderem
COVID-19: Ärzte verstärken Engagement in Krisenregionen
27. März 2020
Bogota – In Kolumbien sind Angehörige des indigenen Volks der Yukpa von einer Coronavirus-Infektion betroffen. Wie die Tageszeitung El Tiempo auf ihrer Internetseite berichtete, ist ein Mitglied einer
Indigene in Kolumbien von Coronainfektion betroffen
27. März 2020
Berlin – Viele Politiker und Verbände haben die europäischen Regierungen dazu aufgerufen, schnell für Sicherheit für die Flüchtlinge auf den griechischen Inseln zu sorgen. „Wir müssen sofort anfangen,
Politik und Verbände für zügiges Handeln auf griechischen Inseln
26. März 2020
Mainz − Nach einem Aufruf zum freiwilligen Dienst in der Coronakrise haben sich in wenigen Tagen mehr als 1.000 Studierende der Universitätsmedizin Mainz gemeldet. „Das ist eine großartige
Mehr als 1.000 Medizin-Studierende melden sich für Coronahilfe
26. März 2020
Neuruppin − Die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) soll 6,6 Millionen Euro Landesförderung bekommen. Der Haushaltsausschuss des Brandenburger Landtags beschloss gestern
Medizinische Hochschule Brandenburg soll Millionenzuschüsse bekommen
26. März 2020
Los Angeles – Hollywood spendet medizinische Requisiten an echte Krankenhäuser. Mehrere US-Kliniken meldeten in den vergangenen Wochen eine Knappheit von Schutzausrüstung. Während die meisten
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER