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Ausland

Ärzte ohne Grenzen: Mehr Mittel für vernachlässigte Krankheiten

Sonntag, 19. April 2015

Berlin – Der Vorstandsvorsitzende von Ärzte ohne Grenzen Deutschland, Tankred Stöbe, dringt vor dem G7-Gipfel im Juni auf mehr Mittel für die Erforschung vernachlässigter Krankheiten. „Die G7 muss vor allem die Forschung und Entwicklung zu vernach­lässigten Krankheiten anschieben, zum Beispiel über einen Forschungsfonds”, sagte Stöbe in Berlin. Zu dem guten Dutzend an vernachlässigten Krankheiten werde kaum geforscht und es gebe keine Schnelldiagnostika, beklagte Stöbe.

Zu den vernachlässigten Krankheiten zählen etwa Lepra, Tollwut oder die Afrikanische Schlafkrankheit. Die Stärkung der Gesundheitssysteme weltweit wird ein Kernthema des G7-Gipfels sein. Am Montag berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Vorfeld mit Nichtregierungsorganisationen.

Der Mediziner forderte konkret Deutschland auf, sich mehr für die Arzneimittelforschung einzusetzen. „Es muss von der Regierung unterstützte  Produktentwicklungs­partnerschaften zwischen Forschungsinstituten, Stiftungen und Pharmaindustrie geben, damit schlussendlich wirksame, verfügbare und preisgünstige Medikamente und Impfstoffe hergestellt werden”, bekräftigte Stöbe. Die Pharmaunternehmen dürften Gewinne generieren, aber sie sollten „von exorbitant hohen Gewinnerwartungen ablassen”.

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Bei der Ebola-Krise hätte Deutschland seine Forschungs- und Nothilfekompetenz beweisen können, da habe es nicht geklappt, fügte Stöbe hinzu. Deutschland habe sich lange auf die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) berufen, „die hat es auch verschlafen”. Und als die Hilfe kam, sei die Umsetzung schwierig gewesen. „Es gibt weiterhin keine Arznei gegen Ebola und keinen Impfstoff. Es ist eine Minimalforderung von uns, dass es als Folge dieser Krise ein verfügbares und erschwingliches Medikament gegen Ebola geben muss”, betonte Stöbe.

© kna/aerzteblatt.de

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