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Ärzteschaft

Berichterstattung zu Hautkrebsscreening unverantwortlich

Montag, 20. April 2015

Stuttgart – Für „unverantwortlich“ halten die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg und der Landesverband der Dermatologen einen Bericht des Magazins „Kontraste“ zum Hautkrebsscreening. Darin bezeichnen die Autoren das Screening als unnötig, weil eine Studie gezeigt habe, dass die Sterblichkeit bei Hautkrebs nicht gesunken sei.

„Ich halte es für eine krasse Fehlinformation der Patienten, den Nutzen des Hautkrebs­screenings, welches ausgesprochen erfolgreich ist, in Frage zu stellen“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Dermatologen, der Heilbronner Hautarzt Bernd Salzer. Er kritisierte, die Studie untersuche lediglich die Mortalität eines von mehreren Hautkrebstypen und lasse unberücksichtigt, dass durch das Hautkrebsscreening insbesondere auch schwere Krankheitsverläufe verhindert würden.

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„Prävention darf nie zu einer Frage werden, ob sie sich im Durchschnitt lohnt. Es zählt allein der Nutzen für den einzelnen Betroffenen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KV, Norbert Metke.

Salzer wies daraufhin, dass Deutschland nach der Schweiz die beste Überlebensrate bei Patienten mit malignem Melanom habe. „Unabhängig von der reinen Untersuchung sollte nicht vergessen werden, dass das Hautkrebsscreening auch eine Beratung in Sache Vorsorge gegen Hautkrebs beinhaltet. Da noch an der Sinnhaftigkeit des Hautkrebsscreenings zu zweifeln, ist für mich unverständlich“, sagte der Heilbronner Hautarzt.

© hil/aerzteblatt.de

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