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Ärzteschaft

Neurophysiologen empfehlen neuen Test zur Schwindeldiagnostik

Montag, 20. April 2015

Darmstadt – Ein neues Testverfahren – der „videobasierte Kopfimpulstest“ (vKIT) – liefert Ärzten schnell Hinweise darauf, ob Patienten mit akutem Schwindel möglicherweise einen Schlaganfall erlitten haben. Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) empfiehlt den neuen Tests auch in Notaufnahmen.

Schwindel zählt zu den häufigsten Krankheitssymptomen. Etwa jeder dritte Deutsche leidet mindestens einmal im Leben an krankhaftem Schwindel, mehr als jeder zehnte Hausarztpatient klagt darüber. Die Ursachen reichen von Störungen des Gleichgewichts­organs über zentral-neurologische und psychische Erkrankungen bis zu Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch.

Das macht die Diagnose für Neurologen und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte schwierig. Übliche Verfahren zur Untersuchung bei Schwindel sind die kalorische Spülung, bei der die Gehörgänge mit warmem und kaltem Wasser gespült werden, oder die Drehstuhl-Untersuchung, bei der der Patient gedreht und seine reflektorischen Augenbewegungen aufgezeichnet werden.

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Seit wenigen Jahren gibt es den vKIT, bei dem eine Kamera die Augenbewegungen misst, während der Kopf vom Untersucher rasch gedreht wird und der Patient gleichzeitig versucht, einen Zielpunkt im Blick zu behalten. „Die Technik des vKIT hat sich kürzlich entscheidend verbessert, so dass nun auch schnelle Kopfbewegungen aufgezeichnet und in wenigen Minuten ausgewertet werden können“, erklärt Christoph Helmchen, Leiter der Schwindelambulanz des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und Mitglied der DGKN-Fortbildungskommission.

Eine von ihm geleitete Studie an mehr als 1.500 Schwindelpatienten zeigt, dass der vKIT für die Patienten verträglicher ist und deutlich weniger Zeit in Anspruch nimmt als eine einstündige kalorische Spülung oder eine Drehstuhl-Untersuchung: „Mit dem vKIT finden wir in 15 Minuten heraus, ob die Ursache für den Schwindel im Innenohr oder im Gehirn liegt“, so Helmchen. Je nach Ergebnis lasse sich damit unmittelbar ein Schlaganfall ausschließen, weshalb der DGKN-Experte den Video-Test auch für Notaufnahmen in Kliniken empfiehlt. © hil/aerzteblatt.de

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