NewsÄrzteschaftNeurophysiologen empfehlen neuen Test zur Schwindeldiagnostik
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Neurophysiologen empfehlen neuen Test zur Schwindeldiagnostik

Montag, 20. April 2015

Darmstadt – Ein neues Testverfahren – der „videobasierte Kopfimpulstest“ (vKIT) – liefert Ärzten schnell Hinweise darauf, ob Patienten mit akutem Schwindel möglicherweise einen Schlaganfall erlitten haben. Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) empfiehlt den neuen Tests auch in Notaufnahmen.

Schwindel zählt zu den häufigsten Krankheitssymptomen. Etwa jeder dritte Deutsche leidet mindestens einmal im Leben an krankhaftem Schwindel, mehr als jeder zehnte Hausarztpatient klagt darüber. Die Ursachen reichen von Störungen des Gleichgewichts­organs über zentral-neurologische und psychische Erkrankungen bis zu Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch.

Das macht die Diagnose für Neurologen und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte schwierig. Übliche Verfahren zur Untersuchung bei Schwindel sind die kalorische Spülung, bei der die Gehörgänge mit warmem und kaltem Wasser gespült werden, oder die Drehstuhl-Untersuchung, bei der der Patient gedreht und seine reflektorischen Augenbewegungen aufgezeichnet werden.

Anzeige

Seit wenigen Jahren gibt es den vKIT, bei dem eine Kamera die Augenbewegungen misst, während der Kopf vom Untersucher rasch gedreht wird und der Patient gleichzeitig versucht, einen Zielpunkt im Blick zu behalten. „Die Technik des vKIT hat sich kürzlich entscheidend verbessert, so dass nun auch schnelle Kopfbewegungen aufgezeichnet und in wenigen Minuten ausgewertet werden können“, erklärt Christoph Helmchen, Leiter der Schwindelambulanz des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und Mitglied der DGKN-Fortbildungskommission.

Eine von ihm geleitete Studie an mehr als 1.500 Schwindelpatienten zeigt, dass der vKIT für die Patienten verträglicher ist und deutlich weniger Zeit in Anspruch nimmt als eine einstündige kalorische Spülung oder eine Drehstuhl-Untersuchung: „Mit dem vKIT finden wir in 15 Minuten heraus, ob die Ursache für den Schwindel im Innenohr oder im Gehirn liegt“, so Helmchen. Je nach Ergebnis lasse sich damit unmittelbar ein Schlaganfall ausschließen, weshalb der DGKN-Experte den Video-Test auch für Notaufnahmen in Kliniken empfiehlt. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Oktober 2019
Nantes – Nach einem Kreislaufstillstand und erfolgreicher Reanimation hat eine moderate therapeutische Hypothermie offenbar auch dann einen günstigen Effekt auf das neurologische Ergebnis komatöser
Kreislaufstillstand: Hypothermie auch bei nichtschockbarem Rhythmus vorteilhaft
30. September 2019
Berlin – Der Locus coeruleus, eine kleine Region im Hirnstamm, könnte für die kognitive Gesundheit im Alter sehr bedeutsam sein. Das berichten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für
Blauer Kern im Hirnstamm mit Gedächtnisleistungen im späteren Erwachsenenalter verbunden
6. September 2019
Oxford – Britische Forscher haben in einer genomweiten Assoziationsstudie 4 Genvarianten entdeckt, die zu einer Linkshändigkeit prädisponieren. Sie waren laut ihrem Bericht in Brain (2019; doi:
Linkshändigkeit: Genvarianten verändern Architektur in Sprachregionen
5. September 2019
Bonn – Auch ältere Nervenzellen des Zentralnervensystems (ZNS) haben das Potenzial, Beschädigungen ihrer Struktur zu beheben – ähnlich wie junge Zellen. Dies berichten Wissenschaftler um Frank Bradke
Proteinfamilie unterstützt Regeneration beschädigter Nervenzellen
30. August 2019
San Diego – US-Forscher haben aus Stammzellen erbsengroße Organoide der menschlichen Hirnrinde im Labor gezüchtet. Laut ihrem Bericht in Cell Stem Cell (2019; doi: 10.1016/j.stem.2019.08.002)
Mini-Gehirne im Labor zeigen komplexe EEG-Aktivität „wie bei Frühgeborenen“
29. August 2019
San Francisco – Eine seltene Variante im Gen des Beta1-Adrenozeptors sorgt dafür, dass mehrere Mitglieder einer Familie mit weniger als sechs Stunden Schlaf am Tag auskommen. Die Entdeckung in Neuron
Mutation im Beta1-Adrenozeptor verkürzt den Schlaf
28. August 2019
Jena – Langzeitschäden nach einem Schlaganfall hängen neben der Akutbehandlung wesentlich von der anschließenden Versorgung der Betroffenen ab. Um diese zu optimieren, müssten Akutmediziner und
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER