NewsPolitikGute Ansätze im Präventionsgesetz – Ärzte zu wenig eingebunden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Gute Ansätze im Präventionsgesetz – Ärzte zu wenig eingebunden

Dienstag, 21. April 2015

Berlin – Vor der morgigen Anhörung zum geplanten Präventionsgesetz im Gesundheits­ausschuss des Deutschen Bundestages hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte seine drei zentralen Forderungen an die Politik bekräftigt. Der Verband fordert „ein überzeugendes und nachhaltiges Impfkonzept, das sicherstellt, dass wir in Deutschland möglichst rasch Durchimpfungsraten von wenigstens 95 Prozent erzielen“. Besonders wichtig sei außerdem, Familien in ihrer Gesundheitskompetenz zu stärken und ein gesundes Aufwachsen der Kinder aktiv zu fördern.

„Dazu müssen auch im Rahmen des Präventionsgesetzes bisher sehr erfolgreiche Angebote wie das Netzwerk Junge Familie und das Projekt 9 + 12 verstetigt und in ihrem Bestand gesichert werden, da sie nachweislich die Zielgruppe erreichen“, hieß es aus dem Verband. Zudem müssten die bereits entwickelten und erprobten Kindervorsorge­untersuchungen U10 und U11 im Grundschulalter und der J2 bei Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren in die Regelversorgung aufgenommen werden.

Der Präsident des Verbandes, Wolfram Hartmann, kritisierte, dass der Verband zur morgigen Anhörung nicht geladen sei.

Anzeige

Eine unzureichende Einbindung der Ärzte nicht im Gesetzgebungsverfahren aber in den mit der Neuregelung etablierten Strukturen kritisieren auch die Bundes­ärzte­kammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). So sehe das Gesetz eine „Nationale Präventionskonferenz“ vor, die zwar Sozialversicherungsträger, Ministerien, Länder- und Patientenvertreter, nicht aber Spitzenorganisationen der Ärzteschaft berücksichtige. Statt der vorgesehenen bloßen Präventionsempfehlung für Angebote der Krankenkassen fordern BÄK und KBV zudem ein umfassendes ärztliches Präventionsmanagement, das sowohl die Exploration gesundheitlicher Belastungen als auch ärztliche Beratung und Begleitung von Präventionsaktivitäten sowie deren Bewertung umfassen sollte.

Kritik am Entwurf kommt auch von den Ersatzkassen. Zwar „begrüßen sie grundsätzlich die Ziele des anstehenden Präventionsgesetzes“, wie es heute in einer Stellungnahme heißt, fordern aber, die Kosten auf mehr Schultern zu verteilen. „Es völlig unverständlich, dass zwar die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV), nicht aber die private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) und andere relevante Akteure, wie zum Beispiel die Länder und Kommunen, verpflichtet werden, einen adäquaten finanziellen Anteil zu leisten“, erklärte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

1. Oktober 2019
Berlin – Der Hartmannbund (HB) in Westfalen-Lippe fordert von der Landesregierung einen strukturierten Maßnahmenplan, um die Bevölkerung in Gesundheitsfragen kompetenter zu machen. „Wir können und
Hartmannbund mahnt Strategie für Verbesserung der Gesundheitskompetenz an
20. September 2019
Köln – Ein Neugeborenen-Screening auf Sichelzellkrankheit kann Todesfälle vermeiden. Das ist das Ergebnis eines jetzt veröffentlichten Abschlussberichtes des Instituts für Qualität und
Frühe Diagnose der Sichelzellkrankheit erhöht Lebenserwartung
26. August 2019
Teheran – Die tägliche Einnahme einer Pille mit zwei Blutdrucksenkern, einem Statin und Acetylsalicylsäure (ASS) in niedrigen Dosierungen hat in einer randomisierten Studie im Lancet (2019; doi:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Polypille im Iran in der Primärprävention erfolgreich
19. August 2019
Tucson/Arizona – Die American Heart Association (AHA) empfiehlt in einer neuen Leitlinie Medikamente mit Omega-3-Fettsäuren zur Behandlung der Hypertriglyzeridämie. Bei mäßig erhöhten Werten, wie sie
Hypertriglyzeridämie: US-Kardiologen empfehlen Omega-3-Fettsäuren
15. August 2019
Berlin – Zeitarbeit, Minijob, Projekt-Vertrag: Ein Fünftel aller Erwerbstätigen in Deutschland hat keine unbefristete Vollzeitstelle. Für die betriebliche Gesund­heits­förder­ung ist diese Gruppe von
Betriebliche Gesundheitsförderung kann auch Teilzeitkräfte erreichen
25. Juli 2019
Mexiko-Stadt – Fortschritte bei der Entwicklung neuer Therapien und Vorbeugemöglichkeiten geben Grund zur Hoffnung im Kampf gegen HI-Viren. So lautete gestern die Bilanz der Internationalen
Aids-Konferenz präsentiert erste Ergebnisse zu implantierbarer PrEP
15. Juli 2019
Berlin – Die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) unterstützt in den kommenden vier Jahren kommunale Projekte der Gesund­heits­förder­ung für sozial und gesundheitlich benachteiligte Menschen mit 46
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER