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Medizin

Methadonbehandlung bei Gliomen keine etablierte Therapie

Dienstag, 21. April 2015

Berlin – Die Behandlung von Glioblastom-Patienten mit dem Opioid Methadon ist eine experimentelle Therapie, die bislang nur im Tiermodell untersucht wurde. Darauf weisen die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft in der Deutschen Krebsgesellschaft hin.

„Bei Gliomen gab es einen einzigen positiven tierexperimentellen Befund, dessen Übertra­gung auf die Situation beim Menschen nicht unbedingt möglich ist“, betonen die DGN und die Arbeitsgemeinschaft in ihrer Stellungnahme. In diesem tierexperimentellen Befund habe die Behandlung mit Methadon zu einer Verlangsamung des Wachstums von Glioblastomzellen, die unter die Haut von immungeschwächten Mäusen transplantiert wurden, geführt. Bis heute gebe es aber keinen Nachweis für die Wirksamkeit der Methadontherapie bei menschlichen Gliomen. Der Einsatz von Methadon außerhalb kontrollierter klinischer Studien sei daher nicht gerechtfertigt.

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DGN und Arbeitsgemeinschaft warnen davor, den Einsatz dieser Methode für Patienten mit Glioblastomen zu bewerben. Die Werbung wecke unerfüllbare Erwartungen und könne Patienten dazu bewegen, zugunsten dieser experimentellen Therapie auf nachge­wiesenermaßen wirksame Behandlungsmethoden zu verzichten. Zudem gebe es bei einer Methadontherapie häufig unerwünschten Wirkungen, die die Lebensqualität der Patienten unnötig einschränkten, heißt es in der Stellungnahme.

© hil/aerzteblatt.de

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