NewsMedizinMethadonbehandlung bei Gliomen keine etablierte Therapie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Methadonbehandlung bei Gliomen keine etablierte Therapie

Dienstag, 21. April 2015

Berlin – Die Behandlung von Glioblastom-Patienten mit dem Opioid Methadon ist eine experimentelle Therapie, die bislang nur im Tiermodell untersucht wurde. Darauf weisen die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft in der Deutschen Krebsgesellschaft hin.

„Bei Gliomen gab es einen einzigen positiven tierexperimentellen Befund, dessen Übertra­gung auf die Situation beim Menschen nicht unbedingt möglich ist“, betonen die DGN und die Arbeitsgemeinschaft in ihrer Stellungnahme. In diesem tierexperimentellen Befund habe die Behandlung mit Methadon zu einer Verlangsamung des Wachstums von Glioblastomzellen, die unter die Haut von immungeschwächten Mäusen transplantiert wurden, geführt. Bis heute gebe es aber keinen Nachweis für die Wirksamkeit der Methadontherapie bei menschlichen Gliomen. Der Einsatz von Methadon außerhalb kontrollierter klinischer Studien sei daher nicht gerechtfertigt.

Anzeige

DGN und Arbeitsgemeinschaft warnen davor, den Einsatz dieser Methode für Patienten mit Glioblastomen zu bewerben. Die Werbung wecke unerfüllbare Erwartungen und könne Patienten dazu bewegen, zugunsten dieser experimentellen Therapie auf nachge­wiesenermaßen wirksame Behandlungsmethoden zu verzichten. Zudem gebe es bei einer Methadontherapie häufig unerwünschten Wirkungen, die die Lebensqualität der Patienten unnötig einschränkten, heißt es in der Stellungnahme.

© hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Mai 2019
Magdeburg – Zu enge Räume, schlechter Brandschutz, Probleme bei der Hygiene. Das Magdeburger Universitätsklinikum hat seine Krebsstation geschlossen. Die Sicherheit für Mitarbeiter und Patienten sei
Universitätsklinikum Magdeburg schließt Krebsstation
5. Februar 2019
Atlanta – In den USA ist es in den letzten 2 Jahrzehnten zu einem Anstieg bei 6 von 12 Krebserkrankungen gekommen, zu deren Risikofaktoren die Adipositas gehört. Dies geht aus einer Untersuchung der
Adipositasbedingte Krebserkrankungen werden bei jungen US-Bürgern immer häufiger
28. September 2018
New York – Diese Woche trafen sich im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York die Regierungen der Welt, um über Maßnahmen gegen nichtübertragbare Krankheiten (NCDs) wie Diabetes, Krebs oder
Vereinte Nationen beraten über nichtübertragbare Krankheiten – ohne verbindliche Ziele zu benennen
7. September 2018
Tübingen – Oberflächenstrukturen von malignen Darmtumoren kartiert haben Wissenschaftler um Markus Löffler vom Universitätsklinikum Tübingen. Ziel war es, zu erkennen, wie sich Peptide an der
Oberflächenstrukturen maligner Darmtumoren kartiert
27. Juni 2018
Berlin – Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe haben eine neue S3-Leitlinie Larynxkarzinom
S3-Leitlinie Kehlkopfkrebs zur Kommentierung freigegeben
15. Dezember 2017
Lugano – Mit einem Positionspapier hat die (ESMO) auf die wachsende Diskrepanz zwischen den Bedürfnissen von Krebspatienten und der tatsächlichen Anwendung patientenorientierter Pflege in der Praxis
Experten sprechen sich für unterstützende und palliative Pflege in der Krebsbehandlung aus
12. Oktober 2017
Hamburg – Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) untersuchen in einem dreijährigen Forschungsprojekt, wie sich das Konzept der gemeinsamen Entscheidungsfindung von Arzt und
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER