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WHO: Fast tausend Tote bei Konflikt im Jemen seit Mitte März

Dienstag, 21. April 2015

Ein jeminitisches Opfer wird in einem Krankenhaus in Sana' behandelt /dpa

Genf/Sanaa - Bei dem Konflikt im Jemen sind in den vergangenen vier Wochen nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) fast tausend Menschen getötet worden. Außerdem seien etwa 3.500 Menschen verletzt worden, teilte die WHO am Dienstag in Genf mit. Die Internationale Organisation für Migration setzte ihre Rettungsaktion für Ausländer im Jemen wegen der anhaltenden Gewalt vorerst aus.

Laut dem WHO-Bericht wurden zwischen dem 19. März und dem 17. April 944 Kämpfer und Zivilisten getötet und 3.487 weitere verletzt. Die Zahlen stützen sich auf Angaben der Krankenhäuser im Jemen. Vermutlich gebe es aber weitaus mehr Opfer, erklärte die WHO.

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Alleine bei einem Angriff der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition auf ein Raketendepot in der Hauptstadt Sanaa wurden nach jüngsten Angaben 38 Zivilisten getötet und 532 Menschen verletzt. Nach der schweren Explosion am Montag, die mehrere umliegende Häuser zum Einsturz brachte, war zunächst von 28 Toten die Rede gewesen.

Das Depot gehörte zu einem Stützpunkt der Republikanischen Garde, die dem früheren Präsidenten Ali Abdallah Saleh treu ist. Die Anhänger des geflohenen Staatschefs Abd Rabbo Mansur Hadi werfen ihr vor, sich mit der Huthi-Miliz verbündet zu haben. Die arabische Militärallianz fliegt seit Ende März Luftangriffe auf die Rebellen und verbündete Armeeeinheiten, um deren Vormarsch auf Aden zu stoppen. Auch am Dienstag bombardierten sie nach Angaben von Einwohnern in Sanaa Stellungen der Huthis.

Die Rebellengruppe aus dem Nordjemen hatte im Januar die Hauptstadt Sanaa vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Als sie weiter auf Aden vorrückte, floh Präsident Hadi nach Saudi-Arabien und bat dort um Hilfe. Am 26. März begann die internationale Militärkoalition mit den Angriffen auf die Huthis.

Die Lage für die im Jemen festsitzenden Ausländer spitzt sich derweil weiter zu. Die Evakuierungen würden "bis auf Weiteres" gestoppt, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag mit. Die grassierende Gewalt lasse weitere Rettungsflüge derzeit nicht zu. Das größte Problem sei neben den Luftangriffen der Militärkoalition "das Klima der Gewalt" rund um den Flughafen in Sanaa. Die IOM brachte nach eigenen Angaben bislang mehr als 400 Ausländer außer Landes. 16.000 weitere warten demnach auf eine Rettung durch die Hilfsorganisation. © afp/aerzteblatt.de

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