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Umsatzrückgang bei Boehringer Ingelheim

Mittwoch, 22. April 2015

Köln – Die Boehringer Ingelheim GmbH, das nach Bayer zweitgrößte deutsche Pharmaunternehmen, hat 2014 zum zweiten Mal in Folge einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen, sieht sich aber durch eine Anzahl von Neuentwicklungen in einer guten Position, um künftig wieder zu wachsen. „Die Umsatzentwicklung stellt uns nicht zufrieden“, sagte Andreas Barner, Vorsitzender der Unternehmensleitung, nach Agenturberichten auf der Bilanzpressekonferenz in Ingelheim.

Der Konzern hatte 2014 mit 13,3 Milliarden Euro fünf Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahr. Das lag an ausgelaufenen Patenten und an niedrigeren Preisen aufgrund staatlicher Regulierung im größten Einzelmarkt USA. 93 Prozent des Umsatzes werden im Ausland erzielt. Auch auf dem Heimatmarkt ging der Umsatz zurück. Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss hatte den Präparaten zur Behandlung von Typ-2-Diabetes Trajenta (Wirkstoff: Linagliptin) und Jardiance (Empagliflozin) keinen Zusatznutzen bescheinigt, was Barner scharf kritisierte: „Allein in Deutschland will man den Zusatznutzen dieser Medikamente nicht anerkennen und koppelt Patienten vom Fortschritt ab“. Boehringer hatte die Arzneimittel deshalb in Deutschland erst gar nicht auf den Markt gebracht.

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Der Jahresüberschuss sank um 21 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro, was immerhin noch einer Umsatzrendite von acht Prozent entspricht. Boehringer unternimmt Anstrengungen, die Kosten zu senken und hält an den Plänen fest, 500 der rund 14700 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Weltweit hat der Konzern 47 740 Beschäftigte.

Boehringer hat 2014 insgesamt 2,65 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Die Behandlungsgebiete Diabetes und Onkologie sind Schwerpunkte für eine Vielzahl klinischer Studien. Die Hoffnungen liegen auf neuen Präparaten, die vor der Zulassung stehen. Und auf Medikamenten, die in den vergangenen Monaten auf den Markt gebracht wurden. Dazu zählen neben Jardiance Glyxambi, eine Kombination der Wirkstoffe Linagliptin und Empagliflozin zur Diabetes-Behandlung, und Ofev (Wirkstoff: Nintedanib) zur Therapie idiopathischer Lungenfibrose (IPF). © Stü/aerzteblatt.de

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