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Ärzteschaft

Patienten mit Prostatakarzinom profitieren von Teilnahme an PREFERE-Studie

Mittwoch, 22. April 2015

Hamburg – Auf die Vorteile für Patienten mit Prostatakarzinom, die an der sogenannten PREFERE-Studie teilnehmen, hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hingewiesen. „Wir müssen noch deutlicher machen, dass jeder Patient durch seine Teilnahme einen hohen Nutzen hat: Eine verbesserte Diagnostik, eine engmaschigere Betreuung, Behandlung auf medizinischem Top-Niveau und eine intensivere Nachsorge als üblich“, sagte der Studienleiter Michael Stöckle.

„PREFERE“ ist die weltweit größte Studie zum lokal begrenzten Prostatakarzinom. Erstmalig werden alle vier infrage kommenden Therapieoptionen in einer prospektiven randomisierten Studie miteinander verglichen. Die vier Behandlungsoptionen sind die radikale Prostatektomie, die perkutane Strahlentherapie, die Low-Dose-Brachytherapie, also die Bestrahlung von innen mittels implantierter Seeds, und das sogenannte Active Surveillance, also die aufmerksame Beobachtung. Nach eingehender Beratung können Prefere-Studienpatienten maximal zwei der vier Behandlungsvarianten ablehnen, bevor sie nach dem Zufallsprinzip einer der verbleibenden Therapiealternativen zugeordnet werden.

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In die Studie sollen über einen Zeitraum von vier Jahren insgesamt 7.600 Patienten eingeschlossen werden. Die Teilnehmer werden über einen Zeitraum von mindestens 13 Jahren bis zum Studienende nachbeobachtet.

Jährlich erkranken zwischen 65.000 und 70.000 Männer an Prostatakrebs. Die bösartige Wucherung der Vorsteherdrüse ist damit die häufigste Krebsform bei Männern.

Die Teilnehmer der Studie profitieren unter anderem von einer besseren Diagnostik, weil ein spezialisierter Pathologe den Befund zusätzlich absichert. „In rund 20 Prozent der Fälle stellen wir derzeit fest, dass der erste Befund nicht vollständig zutrifft. Allein dies wäre Grund genug für jeden Patienten, sich an der Studie zu beteiligen“, erläutert Stöckle. Darüber hinaus betreuten erfahrene Spezialisten in ausgewiesenen Studienzentren die Teilnehmer intensiver als üblich, behandelten engmaschiger und kontrollierten auf modernstem medizinischem Niveau.

Bereits Anfang des Jahres hatte die DGU gewarnt, dass die Rekrutierung für die Studie zu schleppend verlaufe. Fachgesellschaft und der Berufsverband der Deutschen Urologen eV appellieren jetzt erneut an Ärzte, Patienten darüber aufzuklären, dass die Teilnahme an der Studie große Vorteile für sie hat. Auch Strahlentherapeuten sollten infrage kommende Männer stärker für die Studie interessieren.

„Wir appellieren an alle Ärzte: Informieren Sie Ihre Patienten umfassend über die Vorteile einer Teilnahme an der PREFERE-Studie. Engagieren Sie sich im Interesse jetziger und kommender Patienten für diese Studie“, betonte auch der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS), Paul Enders. Er forderte im Gegenzug Patienten auf, ihre Ärzte auf die PREFERE Studie anzusprechen und erst dann eine Therapieentscheidung zu treffen, nachdem sie von ihnen über die Vorteile einer Beteiligung informiert wurden.    hil

© hil/aerzteblatt.de

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