Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Breite Debatte um das Thema Sterben nötig

Donnerstag, 23. April 2015

Berlin – Gegen die Verdrängung des Thema Sterbens hat sich die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) im Rahmen der „Woche für das Leben“ ausgesprochen. Die von den beiden Kirchen in Deutschland organisierte Aktionswoche steht unter dem Leitwort „Sterben in Würde. Herr, Dir in die Hände“.

„Das Thema Sterben gehört zum Leben, es darf nicht verdrängt oder ausgeklammert werden, sondern gehört in die Mitte der Gesellschaft. Deshalb ist es gut, dass wir uns gemeinsam mit der Frage um ein würdevolles Sterben auseinandersetzen“, sagte der BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery. Er begrüßte, dass die Kirchen im Rahmen der Woche für das Leben einen breiten Meinungsaustausch zum Thema „Sterben in Würde“ angestoßen hätten.

Ärzte erlebten in ihrer täglichen Arbeit die Sorgen und Nöte schwerstkranker und sterbender Menschen und setzten sich dafür ein, diesen Menschen ein Sterben unter würdigen Bedingungen zu ermöglichen. „Eine breite gesellschaftliche Diskussion über das Tabuthema Tod wird den Blick für die vielfältigen Möglichkeiten der Palliativmedizin schärfen und so letztlich helfen zu verhindern, dass Sterbende vor ihrem körperlichen Tod einen sozialen Tod sterben müssen“, sagte Montgomery.

Die beiden Kirchen haben sich zur Eröffnung ihrer „Woche des Lebens“ gegen eine Beihilfe zum Suizid ausgesprochen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sprach von einem „Armutszeugnis für eine Gesellschaft, in der die Möglichkeit zur Selbsttötung bloß zu einer weiteren Option unter vielen wird: Pflegeheim, Krankenhaus, Suizid”. Die Gesellschaft dürfe nicht hinnehmen, dass der Wunsch nach einem schnelleren Tod dadurch entstehe, dass die Menschen sich im Sterben alleingelassen fühlten, mahnte Marx.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm betonte, in Würde sterben zu dürfen bedeute nicht, „alle Optionen zu haben, um sich jederzeit selbst töten zu können”. Vielmehr brauche es eine „Kultur des Sterbens” in Deutschland, „die nicht länger von der Angst geleitet ist”. Er forderte eine ausreichende Finanzierung der Pflege und der Palliativbegleitung. © hil/kna/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

21.09.17
Richter billigt Stopp lebensverlängernder Maßnahmen bei Wachkomapatienten
London – Ein Gericht in Großbritannien hat entschieden, dass lebensverlängernde Maßnahmen bei Wachkoma-Patienten in Zukunft ohne gesonderte richterliche Erlaubnis eingestellt werden dürfen. Das......
31.08.17
Prozessbeginn um Sterbehilfe in Hamburg
Hamburg – Vor dem Landgericht Hamburg hat ein Prozess gegen einen Arzt des Vereins Sterbehilfe Deutschland begonnen. Dem 75 Jahre alten Mediziner wird Totschlag in zwei Fällen vorgeworfen. Das Gericht......
29.08.17
Landgericht Hamburg verhandelt über Beihilfe zum Suizid
Hamburg – Der Bundestag hat auch wegen des Vereins „Sterbehilfe Deutschland“ die Suizidbeihilfe neu geregelt. Ab Donnerstag befasst sich das Landgericht Hamburg mit den Praktiken des Vereins.......
04.08.17
Bilanz nach 15 Jahren: Sterbehilfe in den Niederlanden fest etabliert
Rotterdam - Die Sterbehilfe, die in den Niederlanden seit 2002 gesetzlich geregelt ist, aber auf eine längere „Tradition“ zurückblickt, hat sich in den letzen 15 Jahren fest etabliert, wie eine......
31.07.17
Britisches Baby im Hospiz gestorben
London – Nach monatelangem juristischen Ringen um die Behandlung eines an einer sehr seltenen Erkrankung leidenden und todkranken britischen Babys ist der Junge am Freitag in einem Hospiz gestorben.......
28.07.17
Erste Verfassungs­beschwerden gegen Sterbehilfeverbot abgewiesen
Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht hat zwei von 13 Klagen gegen das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe aus formalen Gründen abgewiesen. Sie erfüllten nicht die Annahmevoraussetzungen, heißt es......
27.07.17
Todkrankes britisches Baby soll im Hospiz sterben
London – In der Frage, wo ein todkrankes britisches Baby seine letzten Tage verbringen darf, haben sich Eltern und Ärzte geeinigt. Der elf Monate alte Junge soll in einem Kinderhospiz sterben, wie......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige