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Politik

Breite Debatte um das Thema Sterben nötig

Donnerstag, 23. April 2015

Berlin – Gegen die Verdrängung des Thema Sterbens hat sich die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) im Rahmen der „Woche für das Leben“ ausgesprochen. Die von den beiden Kirchen in Deutschland organisierte Aktionswoche steht unter dem Leitwort „Sterben in Würde. Herr, Dir in die Hände“.

„Das Thema Sterben gehört zum Leben, es darf nicht verdrängt oder ausgeklammert werden, sondern gehört in die Mitte der Gesellschaft. Deshalb ist es gut, dass wir uns gemeinsam mit der Frage um ein würdevolles Sterben auseinandersetzen“, sagte der BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery. Er begrüßte, dass die Kirchen im Rahmen der Woche für das Leben einen breiten Meinungsaustausch zum Thema „Sterben in Würde“ angestoßen hätten.

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Ärzte erlebten in ihrer täglichen Arbeit die Sorgen und Nöte schwerstkranker und sterbender Menschen und setzten sich dafür ein, diesen Menschen ein Sterben unter würdigen Bedingungen zu ermöglichen. „Eine breite gesellschaftliche Diskussion über das Tabuthema Tod wird den Blick für die vielfältigen Möglichkeiten der Palliativmedizin schärfen und so letztlich helfen zu verhindern, dass Sterbende vor ihrem körperlichen Tod einen sozialen Tod sterben müssen“, sagte Montgomery.

Die beiden Kirchen haben sich zur Eröffnung ihrer „Woche des Lebens“ gegen eine Beihilfe zum Suizid ausgesprochen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sprach von einem „Armutszeugnis für eine Gesellschaft, in der die Möglichkeit zur Selbsttötung bloß zu einer weiteren Option unter vielen wird: Pflegeheim, Krankenhaus, Suizid”. Die Gesellschaft dürfe nicht hinnehmen, dass der Wunsch nach einem schnelleren Tod dadurch entstehe, dass die Menschen sich im Sterben alleingelassen fühlten, mahnte Marx.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm betonte, in Würde sterben zu dürfen bedeute nicht, „alle Optionen zu haben, um sich jederzeit selbst töten zu können”. Vielmehr brauche es eine „Kultur des Sterbens” in Deutschland, „die nicht länger von der Angst geleitet ist”. Er forderte eine ausreichende Finanzierung der Pflege und der Palliativbegleitung. © hil/kna/aerzteblatt.de

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