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Medizin

25 Prozent weniger Darmkrebs­neuerkrankungen durch Vorsorge-Koloskopien

Donnerstag, 23. April 2015

Berlin/Heidelberg – Die Darmkrebsvorsorge mittels Koloskopien ist hochgradig sinnvoll: Das gesetzlich verankerte Vorsorgeprogramm kann die Zahl der jährlichen Darmkrebs­erkrankungen langfristig um mehr als ein Viertel senken. Das berichten Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg und des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) im European Journal of Cancer )DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ejca.2015.03.020).

Deutschland hat 2002 Koloskopien als Bestandteil des gesetzlichen Krebsfrüh­er­kennungs­­programms eingeführt. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für ein Koloskopie-Screening seither für Mitglieder ab 55 Jahren. Die Untersuchung sollte nach zehn Jahren wiederholt werden.

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Die Wissenschaftler von DKFZ und Zi haben für ihre Studie die Befunde von 4,4 Millionen Patienten ausgewertet. Grundlage für die Berechnung ist ein von Hermann Brenner am DKFZ entwickeltes mathematisches Modell, das neben den Koloskopie-Befunden und der Sterblichkeitserwartung in der deutschen Wohnbevölkerung unter anderem auch berücksichtigt, mit welcher Häufigkeit und in welchem Zeitraum sich verschiedene Darmkrebsvorstufen zu bösartigem Krebs weiterentwickeln.

Die Epidemiologen kommen zu dem Ergebnis, dass das Screening langfristig bis zu 16.000 Neuerkrankungen pro Jahr verhindert – bei einer Inzidenz von 63.000 pro Jahr also mehr als ein Viertel. „Berücksichtigt man die erwartete fortschreitende Lebenserwartung, könnten die Zahlen sogar noch höher liegen“, sagte Lutz Altenhofen (Zi), einer der Co-Autoren der Studie.

„Wir hoffen daher sehr, dass die Ergebnisse das Vertrauen in das Screening fördern“, sagte Brenner. Er gibt zu bedenken, dass die Effekte noch sehr viel größer sein könnten, da bisher nur eine Minderheit der Bevölkerung das Früherkennungsangebot wahrnehme. Wünschenswert sei vor allem, dass sich Männer häufiger an der Früherkennungs-Koloskopie beteiligen, da sie öfter und durchschnittlich fünf Jahre früher an Darmkrebs erkrankten als Frauen. © hil/aerzteblatt.de

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