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Blinddarmentzündung bei Kindern sofort operieren

Donnerstag, 23. April 2015

München – Eine akute kindliche Appendizitis ist immer ein Grund für eine sofortige Operation – im Gegensatz zu Erwachsenen sollte die Entzündung bei Kindern auf keinen Fall mit Antibiotika allein behandelt werden. „Abwarten ist in Anbetracht der möglichen schwerwiegenden Komplikationen keine Option“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), Peter Vogt.

An einer Blinddarmentzündung erkranken am häufigsten Kinder zwischen dem fünften und zwölften Lebensjahr. „Dabei gilt: Je jünger das erkrankte Kind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass bereits bei der Einweisung in die Klinik ein Blinddarm­durchbruch mit beginnender Bauchfellentzündung vorliegt“, sagte Bernd Tillig, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie. Dann drohten schwere Komplikationen wie Blutvergiftung, Verwachsungen im Bauchraum und Störungen der Darmfunktion, warnte der Direktor der Klinik für Kinderchirurgie, Neugeborenenchirurgie und Kinderurologie am Vivantes Klinikum Neukölln in Berlin.

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Kinderchirurgen raten daher bei dringendem Verdacht auf Appendizitis und Bekräftigung des Verdachtes durch eine Ultraschalluntersuchung zur Operation. „Es liegen derzeit keine belastbaren und aussagekräftigen Vergleichsstudien mit Kindern vor, die eine Änderung dieses Vorgehens begründen könnten“, so Tillig.

Studien, die eine nichtoperative Blinddarmtherapie mit Bettruhe, Antibiotika und Abwar­ten als effektiv und sicher bewerten, stammen laut dem Kinderchirurgen aus der Erwachsenenmedizin. In ihnen wurde die Diagnose mit einer Computertomografie-Untersuchung gestellt, die besonders genau beschreibe, in welchem Stadium sich eine Blinddarmentzündung befinde. „Eine CT belastet den Körper jedoch mit Strahlen, sodass sie für Kinder nicht in Frage kommt“, erläuterte der Berliner Kinderchirurg. © hil/aerzteblatt.de

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