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Medizin

Alkohol-Hepatitis: Prednisolon und Pentoxifyllin in Studie ohne Vorteile

Donnerstag, 23. April 2015

London – Prednisolon und Pentoxifyllin, die beiden wichtigsten Therapieempfehlungen bei der alkoholischen Hepatitis, haben in einer randomisierten klinischen Studie im New England Journal of Medicine (2015; 372: 1619-1628) das Sterberisiko der Patienten auch dann nicht signifikant gesenkt, wenn sie kombiniert eingesetzt wurden.

Viele Männer und Frauen in England haben ein Alkoholproblem. England ist laut Mark Thursz vom Imperial College London das einzige westeuropäische Land, in dem die Zahl der alkoholbedingten tödlichen Lebererkrankungen zunimmt. Für das National Institute for Health Research war dies Grund genug für eine große klinische Studie, die den Wert der beiden medikamentösen Therapien evaluiert hat, die die aktuelle Leitlinie der European Association for the Study of the Liver in den Mittelpunkt stellt (abgesehen von der Empfehlung einer strikten Alkoholabstinenz).

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Für die „Steroids or Pentoxifylline for Alcoholic Hepatitis“ oder STOPAHA-Studie wurden an 65 Kliniken des Landes 1.103 Patienten auf vier Gruppen randomisiert. Dort wurden sie entweder mit Pentoxifyllin (400 mg dreimal täglich), Prednisolon (40 mg pro Tag), beiden Medikamenten oder Placebos behandelt. Die Einschlusskriterien waren praxisorientiert. Es reichte aus, dass der Arzt den Leberschaden als schwerwiegend einstufte und die Männer einen täglichen Alkoholkonsum von 80 Gramm und die Frauen von 60 Gramm angegeben hatten. Leberbiopsien waren nicht vorgeschrieben.

Wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten war, zeigte sich in der Zahl der Todes­fälle. Innerhalb der ersten 28 Tage der Studie starben 16 Prozent der Teilnehmer. Nach 90 Tagen waren es 29 Prozent. Nach einem Jahr waren 56 Prozent der Teilnehmer entweder gestorben, oder sie hatten eine neue Leber erhalten. Diese hohe Sterberate wurde weder durch Prednisolon noch durch Pentoxifyllin oder die Kombination der beiden Medikamente beeinflusst.

Nur in der 28-Tages-Sterblichkeit zeichnete sich für Prednisolon ein Vorteil ab, die in einer Sekundäranalyse das Signifikanzniveau erreichte. Thursz gibt die Odds Ratio mit 0,61 an (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,41-0,91). Dieser Vorteil wurde allerdings durch eine erhöhte Rate von Infektionen erkauft und er war bei der Analyse der 90-Tages- und 1-Jahres-Überlebensrate nicht mehr nachweisbar. Obwohl mehr als die Hälfte der Patienten die Diagnose (ohne Lebertransplantation) kein Jahr überlebt hat, verzichtete nur ein Drittel vollständig auf den Alkoholkonsum, wobei diese Zahl auf die Selbstauskunft der Patienten beruhte, der im Fall eines Alkoholabusus nicht unbedingt vertraut wird. © rme/aerzteblatt.de

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