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Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle in der Chirurgie brauchen Förderung

Montag, 27. April 2015

dpa

München – Auf den Ärztemangel in den chirurgischen Fächern hat die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) anlässlich ihres 132. Kongresses in München hingewiesen. „Nur fünf Prozent der Medizinstudierenden wollen heute nach dem Praktischen Jahr in ein chirurgisches Fach gehen – viel zu wenige, um in Zukunft den Behandlungsbedarf einer immer älter werdenden Bevölkerung zu decken“, hieß es aus der Fachgesellschaft.

Eine nach wie vor große Hürde, um mehr Frauen für die Chirurgie zu begeistern, sieht die DGCH in den schwer planbaren und langen Arbeitszeiten im Operationssaal und auf der Station. Familienfreundliche Arbeitsstrukturen wie Teilzeitmodelle, Kinderbetreuung und anderes seien daher besonders wichtig. „Wir brauchen funktionierende Teilzeitmo­delle, die es Müttern und Vätern ermöglichen, nach einer Auszeit mit reduzierter Stundenzahl auf chirurgische Stationen zurückzukehren“, fordert Peter Vogt, Präsident der DGCH und Direktor der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie in Hannover.

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Der Strukturwandel in der Chirurgie habe jedoch seinen Preis, so Vogt. So fielen nicht nur durch Teilzeit, sondern auch durch Vertretungen während Schwangerschaft, Mutterschutz, Elternzeit oder auch durch Fehlzeiten bei Erkrankung eines Kindes erhebliche Zusatzkosten an. „Wir müssen Personalkapazitäten vorhalten, um Abwesenheitszeiten überbrücken zu können, ohne die Patientenversorgung zu beeinträchtigen“, erklärte der DGCH-Generalsekretär Joachim Meyer.

Diese Kosten seien bisher weder in den Fallpauschalen noch in sonstigen Erstattungen für die Kliniken eingepreist und fehlten im Jahresabschluss einer Einrichtung. „Um Teilzeitmodelle und familienfreundliche Arbeitsplätze in der Chirurgie umsetzen zu können, brauchen wir künftig einen höheren Personalschlüssel. Nur so lassen sich die stetig wachsenden Anforderungen in der Chirurgie an Qualität und eine optimale Patientenversorgung auch in Zukunft gewährleisten“, forderte der DGCH-Präsident. © hil/aerzteblatt.de

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