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Politik

Baden-Württemberg: Jedes zweite Krankenhaus hatte 2014 ein Defizit

Montag, 27. April 2015

Berlin – Fast die Hälfte der Krankenhäuser in Baden-Württemberg hat im Jahr 2014 rote Zahlen geschrieben. Das geht aus einer Umfrage der Baden-Württembergischen Kranken­hausgesellschaft (BWKG) unter ihren Mitgliedseinrichtungen hervor. Demnach haben 45 Prozent der Krankenhäuser, 41 Prozent der Rehabilitations- und 39 Prozent der Pflegeeinrichtungen des Landes im vergangenen Jahr ein Defizit erwirtschaftet.  Für das kommende Jahr erwarten 70 Prozent der Krankenhäuser zudem, dass sich ihre wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern wird.

„Die Stimmung ist dramatisch schlecht“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende der BWKG, Thomas Reumann, zugleich Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, die Ergebnisse. Die aktuellen Rahmenbedingungen bewirkten, dass der Preis, mit dem die Krankenhausleistungen im Jahr 2015 abgerechnet werden, deutlich niedriger als notwendig sei. „Die gesetzlichen Vorgaben führen dazu, dass der Landesbasisfallwert nur um ein Prozent steigt, obwohl die Personalkosten gleichzeitig um über drei Prozent zulegen“, kritisierte Reumann. Ein Grund dafür sei, dass der Preis nach wie vor für alle Krankenhäuser abgesenkt werde, wenn die Zahl der Patienten in einzelnen Krankenhäusern steigt.

Zwar habe die Politik in Form der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Krankenhausreform diese Systematik der sogenannten doppelten Degression als großen Fehler des Finanzierungssystems erkannt. Doch sie reagiere nur halbherzig darauf, da sie die doppelte Degression erst ab 2017 und dann auch nur teilweise abschaffen wolle.

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Als „Armutszeugnis“ bezeichnete Reumann, dass Bund und Länder überhaupt keine Lösungen für die schleppende Investitionskostenfinanzierung durch die Bundesländer gefunden hätten. Zwar habe die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg die Investitionsmittel in den vergangenen Jahren deutlich aufgestockt. Dennoch gebe es bei 90 Prozent der Krankenhäuser im Land einen Investitionsstau, wie die Umfrage ergeben habe. „Den Krankenhäusern fehlen daher Mittel für die Beschaffung und die Modernisierung der immer wichtiger werdenden IT-Infrastruktur und für medizinische Geräte, aber auch für die Sanierung von Patientenzimmern oder die Beschaffung von modernen Krankenhausbetten“, kritisiert die BWKG.

Die Pflegeeinrichtungen des Bundeslandes haben zudem große Schwierigkeiten, Pflegefachkräfte zu finden. „Es ist alarmierend, wenn drei von vier Pflegeeinrichtungen sich schwer damit tun, das notwendige Fachpersonal zu finden. Besonders problematisch ist, wenn jede zweite Pflegeeinrichtungen Schwierigkeiten dabei meldet, Altenpflegeschüler zu finden“, befand der Hauptgeschäftsführer der BWKG, Matthias Einwag.  

In der BWKG sind 217 Krankenhäuser, 112 Vorsorge- und Reha-Einrichtungen sowie 509 Pflegeeinrichtungen zusammengeschlossen. © fos/aerzteblatt.de

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