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Ärzteschaft

Radfahrer sollten auf Alkohol verzichten

Montag, 27. April 2015

dpa

Berlin – Wer als Radler Alkohol trinkt, sollte sein Fahrrad lieber nach Hause schieben oder stehen lassen. Das rät die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfall­chirurgie (DGOU). „Die wenigsten können einschätzen, ab welchem Blutal­kohol-Wert sie nicht mehr sicher auf dem Fahrrad unterwegs sind. Die meisten überschätzen sich und bringen damit sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr“, sagte Reinhard Hoffmann, stellvertretender Generalsekretär der DGOU. Er weist darauf hin, dass Fahrradfahren eine sehr komplexe körperliche und psychomentale Leistung sei. Der Radler benötige Gleichgewichtssinn und Reaktionsfähigkeit. Beides werde durch Alkoholkonsum stark beeinträchtigt.

In Deutschland gilt für Fahrradfahrer im Straßenverkehr ein Alkoholgrenzwert von 1,6 Promille. Bis zu diesem Wert bleiben Fahrradfahrer grundsätzlich straffrei, solange sie den Verkehr nicht gefährden oder sichtbare Ausfallerscheinungen zeigen. Ist das der Fall, beispielsweise weil der zweirädrige Verkehrsteilnehmer starke Schlängellinien fährt, kann bereits beim Nachweis von einem Blutalkohol-Wert ab 0,3 Promille ein Straftat­bestand vorliegen.

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Orthopäden und Unfallchirurgen sehen den Wert der absoluten Fahruntüchtigkeit von 1,6 Promille für Fahrradfahrer aber kritisch. „Ausfallerscheinungen gibt es schon bei niedrigeren Blutalkoholwerten“, warnt Christian Juhra, Mitglied der Sektion Prävention der DGOU. Er ist Facharzt für Chirurgie, Notarzt und arbeitet als Fahrradunfallforscher am Universitätsklinikum in Münster (UKM).

Auch für Autofahrer gilt bei Auffälligkeiten die 0,3-Promille-Grenze. Allerdings riskieren sie im Unterschied zu den Radlern ab einem Blutalkohol-Wert von 0,5 Promille eine Ordnungswidrigkeit. Der Wert für die absolute Fahruntüchtigkeit liegt bei 1,1 Promille. „Die unterschiedlichen Promille-Grenzen zwischen Auto- und Radfahrern führen zu einem falschen Bewusstsein. Viele lassen richtigerweise das Auto stehen, nehmen dann aber das Fahrrad, um zur Party hin und wieder zurück zu kommen. Sie riskieren schwere Verletzungen, wenn sie alkoholisiert stürzen“, so Juhra. © hil/aerzteblatt.de

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