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Politik

Psychiater betonen Bedeutung des betrieblichen Gesundheits­managements

Montag, 27. April 2015

dpa

Berlin – Auf die große Arbeitsverdichtung und den Leistungsdruck an vielen Arbeits­plätzen hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) im Vorfeld des „Tages der Arbeit“ am 1. Mai hingewiesen.

Die Fachgesellschaft verweist in diesem Zusammenhang auf eine Umfrage des Gesundheitsmonitors von Bertelsmann Stiftung und Barmer Gek. Danach erreichen 18 Prozent der Vollzeitbeschäftigten oft die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, 23 Prozent verzichten auf Pausen, jeder Achte erscheint krank im Unternehmen. Knapp ein Viertel der Befragten legten ein Tempo vor, das sie langfristig selbst nicht durchzuhalten glauben.

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„Diese Daten sind besorgniserregend: Zeit- und Leistungsdruck, Arbeitsverdichtung und Überforderung sind zentrale Risikofaktoren für das Entstehen eines Erschöpfungs­syndroms, welches schwere psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst- oder Suchterkrankungen zur Folge haben kann“, erklärte die DGPPN-Präsidentin Iris Hauth.

Aus Sicht der DGPPN müssen psychosoziale Risikofaktoren in der Arbeitswelt deshalb noch mehr in den Fokus rücken. „Unser Augenmerk muss stärker auf dem betrieblichen Gesundheitsmanagement liegen. Dabei sind alle Beteiligten gleichermaßen gefragt: Politik, Arbeitgeber und auch die Beschäftigten selbst“, forderte Hauth.

Entscheidend sei außerdem, dass psychisch überlastete Erwerbstätige möglichst frühzeitig eine störungsspezifische Therapie erhielten, um Chronifizierung zu vermeiden und die Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Besonders gefährdet sind laut der Fachgesellschaft Beschäftigte, die nach einer längeren Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung wieder in ihr Arbeitsumfeld zurückkehrten.

Hier könnten schon geringfügige Belastungen eine neue Krankheitsepisode auslösen. „Die Schnittstelle zwischen der ambulanten medizinischen Versorgung und den Betriebsärzten muss deshalb an vielen Orten nachgebessert werden“, forderte die Fachgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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