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Politik

Rund 500 Charité-Mitarbeiter legen Arbeit nieder

Montag, 27. April 2015

Berlin – Am ersten Tag des Warnstreiks an der Berliner Charité haben nach Gewerk­schafts­angaben rund 500 Mitarbeiter an drei Standorten die Arbeit niedergelegt. Der Ausstand verlief nach Klinikangaben geordnet und diszipliniert. „Alle dringlichen Operationen konnten in Absprache mit Verdi und Charité durchgeführt werden”, sagte Sprecher Uwe Dolderer am Montag. Auch die Gewerkschaft Verdi äußerte sich zufrieden. „Die Beteiligung und die Stimmung sind gut”, sagte Gewerkschaftssekretär Kalle Kunkel. Unterdessen hat Verdi auch am Deutschen Herzzentrum Berlin zum Protest aufgerufen.

Verdi will mit dem zweitägigen Warnstreik Druck auf die Arbeitgeber machen, mehr Personal vor allem in der Pflege einzustellen. Laut Charité-Leitung würden die zur Erfüllung der Forderung benötigten 600 Zusatzkräfte jährlich mindestens 30 Millionen Euro kosten. Die Bemühungen um einen entsprechenden Tarifvertrag laufen bereits seit 2013.

Intensivstationen arbeiteten störungsfrei
Die Notaufnahmen der Charité standen am Montag zwar offen, doch es war nach Klinikangaben etwas ruhiger als an anderen Tagen. Die Bevölkerung habe sich auf den Streik eingestellt. Die Arbeit auf den Intensivstationen sei störungsfrei verlaufen. Außerdem seien lebensbedrohliche Notfälle, die nur in der Charité behandelt werden können, versorgt worden. „Wir gehen davon aus, dass sich nichts Gravierendes ändern wird”, sagte Dolderer mit Blick auf den zweiten und letzten Warnstreiktag am Dienstag.

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Laut Gewerkschaftssekretär Kunkel legten am Standort Virchow-Klinikum in Wedding etwa 250 Mitarbeiter die Arbeit nieder. Am Campus Benjamin Franklin in Steglitz und am Standort Mitte seien es jeweils etwa 100 bis 150 Kollegen gewesen. Die Gewerkschaft hatte mehr als 10 000 Klinikmitarbeiter zum Arbeitskampf aufgerufen.

Dienstag beginnen auch Streik am Deutschen Herzzentrum in Berlin
An diesem Dienstag wollen auch Beschäftigte des Deutschen Herzzentrums Berlin für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Geplant ist laut Verdi ab 13.00 Uhr eine 45 Minuten dauernde Protestaktion nach dem Motto „aktive Mittagspause”. Grund sei die Unzufriedenheit der Mitarbeiter mit den laufenden Haustarifverhandlungen. Es gehe unter anderem um höhere Gehälter und die Forderung von Mitarbeitern, an freien Tagen nicht mehr ständig bei Personalmangel flexibel einspringen zu müssen.

Laut Verwaltungsdirektor Thomas Michael Höhn ist nicht mit Einschränkungen im Klinikbetrieb zu rechnen. Zu den Gehältern habe sein Haus der Gewerkschaft bereits ein gutes Angebot vorgelegt. Die Forderung von Mitarbeitern, bei Personalmangel nicht mehr einspringen zu müssen, betreffe nur einen relativ kleinen Teil, nämlich auf der Kinderkardiologie-Station. Dort gebe es keinen Mitarbeiterpool, mit dem man flexibel auf Ausfälle reagieren könne. Am 7. Mai sollen die Verhandlungen mit der Gewerkschaft weitergehen. © dpa/aerzteblatt.de

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