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Medizin

Metformin: Diabetesmedikament stört Fruchtbarkeit von Fischen

Montag, 27. April 2015

Milwaukee – Der häufige Einsatz von Metformin in der Diabetesbehandlung könnte negative Auswirkungen auf das Ökosystem in den Flüssen haben. Eine Studie in Chemosphere (2015; doi:10.1016/j.chemosphere.2015.03.060) ergab, dass das Mittel bei Männchen der Goldelritzen zur Intersexualität führt.

Wegen der zunehmenden Zahl von Typ 2-Diabetikern gehört Metformin, in der Regel das Erstmittel bei dieser Erkrankung, zu den am häufigsten verordneten Medikamenten. Es wird von den Patienten unverändert ausgeschieden und passiert dann die Klärwerke, die in Großstädten pro Jahr bis zu 6 Tonnen Metformin in die Flüsse leiten. Die Konzen­tration von Metformin sei in vielen Flüssen noch höher als die von Koffein, schreibt Rebecca Klaper von der Universität von Wisconsin in Milwaukee, die sich mit den Auswirkungen auf das Ökosystem beschäftigt.

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Ihre Experimente führt sie mit Goldelritzen (Pimephales promelas) durch, die besonders empfindlich auf Verunreinigungen des Flusswassers reagieren. Die Forscherin setzte die Fische in Tanks mit Metformin in der gleichen Konzentration aus, der sie in den Abwässern der größten Stadt im Bundesstaat Wisconsin exponiert sind. Sie beobach­tete, dass es zu einer vermehrten Feminisierung der männlichen Fische kam. Die Fische bleiben kleiner und die Fruchtbarkeit war herabgesetzt.

Klaper vermutet, dass Metformin als endokriner Disruptor wirkt. Der Wirkungsmecha­nismus ist allerdings unbekannt. Metformin hat im Gegensatz zu den meisten endokrinen Disruptoren keine hormonartige Wirkung. Es sei jedoch denkbar, dass Metformin über die P450-Enzyme in der Leber in den Stoffwechsel der Geschlechtshormone eingreift, schreibt die Forscherin. © rme/aerzteblatt.de

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