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Medizin

Mammakarzinom: Sport macht Chemotherapie erträglicher

Dienstag, 28. April 2015

dpa

Amsterdam – Zwei Fitness-Programme für Krebspatienten haben in einer randomisierten Studie im Journal of Clinical Oncology (2015; DOI:10.1200/JCO.2014.59.1081) Brustkrebspatientinnen geholfen, ihre Chemotherapie zu ertragen. Unter dem intensiveren der beiden Trainingsprogramme waren deutlich seltener Dosisanpassungen der Chemotherapie erforderlich.

Die Zeiten, in denen Onkologen ihren Patienten während der strapaziösen Chemo­therapie zu körperlicher Ruhe geraten haben, sind vorüber. Inzwischen gibt es mehrere Sport- und Physiotherapie-Programme speziell für Krebspatienten. Ein Team um Neil Aaronson vom Niederländischen Krebsinstitut in Amsterdam hat zwei dieser Programme in einer randomisierten Studie untersucht.

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An der Studie nahmen 230 Frauen teil, die wegen eines Mammakarzinoms eine adjuvante Chemotherapie erhalten sollten. Die Patientinnen wurden auf drei Gruppen randomisiert. In einer Gruppe wurde den Patientinnen das weniger anspruchsvolle „Onco-Move“-Programm angeboten. Nach dem Konzept „Jeder Schritt zählt“ wurden die Patientinnen von einer Onkologie-Krankenschwester motiviert, täglich 30 Minuten körperlich aktiv zu sein.

Es blieb ihnen dabei selbst überlassen, ob sie sich für Wandern, Radfahren, Schwimmen oder eine andere aerobe Sportart entschieden. Ein Training mit Gewichten war in dieser Gruppe nicht im Programm enthalten. In der zweiten Gruppe wurden die Patientinnen ebenfalls zu täglichen Übungen motiviert. Darüber hinaus nahmen sie an dem struktu­rierten Übungsprogramm „On-Track“ teil: Unter Aufsicht eines Physiotherapeuten führten sie zweimal die Woche aerobe Übungen (15 bis 30 Minuten auf bis zu 60 bis 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz) und ein Krafttraining der Muskulatur durch. Eine dritte Gruppe wurde nicht zu Sportübungen motiviert.

Die Ergebnisse der Studie waren eindeutig. Die Patientinnen, die an einem der beiden Trainingsprogramme teilgenommen hatten, litten während der Chemotherapie signifikant seltener unter Müdigkeit, Übelkeit und Schmerzen. Das Trainingsprogramm hatte außerdem ihre kardiovaskuläre Fitness verbessert. Am stärksten war der Effekt bei den Frauen, die am Übungsprogramm „On-Track“ teilgenommen hatten.

In dieser Gruppe hatte die bessere Verträglichkeit zur Folge, dass seltener Dosisan­passungen der Chemotherapie erforderlich wurden. Laut Aaronson baten nur 12 Prozent der Patientinnen, die Dosis zu vermindern, in der Kontrollgruppe wurde dies bei 36 Prozent der Patientinnen erforderlich. Dies könnte bedeuten, dass die Sportübungen die Prognose der Patientinnen verbessert. Der Nachweis hierfür konnte in der Studie allerdings nicht erbracht werden. © rme/aerzteblatt.de

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