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Medizin

Rheumatoide Arthritis: Genvariante sagt Verlauf und Therapiechancen vorher

Donnerstag, 30. April 2015

Rheumatoide Arthritis: Entzündung von Synovialmembran Mikroaufnahme /dpa

Manchester – Der Austausch einer einzelnen Aminosäure im Immun-Gen HLA-DRB1 kann den Verlauf einer rheumatoiden Arthritis, aber auch das Ansprechen der Therapie beeinflussen, wie eine Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2015; 313: 1645-1656) zeigt.

Humane Leukozyten-Antigene (HLA), die Bestandteile des Immunsystems kodieren, werden seit längerem mit Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht. Das HLA-DRB1-Gen ist dabei mit der Rheumatoiden Arthritis assoziiert. Bisher wurden die HLA-Merkmale meistens als Ganzes betrachtet, neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass Varianten innerhalb der einzelnen Gene einen Einfluss haben. Sebastien Viatte von der Universität Manchester und Mitarbeiter haben das HLA-DRB1-Gen von Patienten aus zwei Patientenregistern untersucht, die klinische Daten zum Langzeitverlauf der Erkrankung gespeichert haben. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Aminosäuren an den drei Positionen 11, 71 und 74 des HLA-Proteins von Bedeutung sind.

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Den größten Einfluss hatte die Aminosäure Valin an Position 11: War sie auf beiden HLA-DRB1-Proteinen vorhanden (Carrier), kam es bei 74 Prozent der Patienten innerhalb von fünf Jahren zu schweren Gelenkzerstörungen. Bei den heterozygoten Merkmalsträgern waren 61 und bei Patienten mit einer anderen Aminosäure an Position 11 (Nicht-Carrier) schritt die Erkrankung nur bei 48 Prozent der Patienten rasch voran. Auch das Sterberisiko war bei den Carriern mit 2,5 Prozent pro Jahr gegenüber 1,9 Prozent pro Jahr bei den Nicht-Carriern signifikant erhöht. Der Einfluss der beiden anderen Positionen 71 und 74 war deutlich geringer.

Interessanterweise war das gleiche Merkmal, das die Prognose verschlechterte, mit einem guten Ansprechen von TNF-Inhibitoren assoziiert: Bei 86 Prozent der Carrier und 78 Prozent der Nicht-Carrier kam es zu einer deutlichen Verbesserung in den EULAR-Kriterien. Damit könnte der Test im Prinzip verwendet werden, um Patienten zu ermitteln, bei denen die kostspielige Therapie mit den Biologika die besten Ergebnisse verspricht. Die absoluten Unterschiede waren nach Einschätzung des Editorialisten David Felson von der Boston University School of Medicine jedoch zu gering, um derzeit für den klinischen Einsatz infrage zu kommen. Felson hofft, dass weitere Risikogene entdeckt werden, die den Einsatz eines Gentests am Ende sinnvoll machen könnten.

© rme/aerzteblatt.de

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