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Medizin

Luftverschmutzung senkt Geburtsgewicht

Mittwoch, 29. April 2015

Das Olympische Feuer über der Krone des Nationalstadions in Peking /dpa

Rochester/New York – Die erfolgreichen Bemühungen der chinesischen Regierung, die Luftqualität in Peking während der olympischen Spiele 2008 zu verbessern, erlauben es Epidemiologen in Environmental Health Perspectives (2015; doi: 10.1289/ehp.1408795) erstmals zu beweisen, dass die Luftqualität das intrauterine Wachstum in der Spät­schwangerschaft beeinflusst.

Peking gehört zu den Städten mit der weltweit schlechtesten Luftqualität. Im Frühjahr 2008 wurde deshalb ernsthaft diskutiert, ob die Olympischen Spiele in der chinesischen Hauptstadt überhaupt stattfinden können. Die Regierung reagierte mit drastischen Maßnahmen. Der Autoverkehr wurde stark eingeschränkt, einige Fabriken geschlossen und vor der Eröffnungsfeier wurden „Regenmacher“ losgeschickt, um die Luft von Schadstoffen zu reinigen.

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Es gab zwar Zweifel an den offiziellen Zahlen, insgesamt gesehen waren die Bemü­hungen jedoch erfolgreich. Die Schwefeldioxidkonzentration wurde während der Sommerspiele und der anschließenden Paralympics um 60 Prozent, der Kohlen­monoxidgehalt um 48 Prozent und das Stickstoffdioxid um 43 Prozent gesenkt. Auch der Feinstaubgehalt der Luft besserte sich.

Für Epidemiologen wie David Rich vom University of Rochester Medical Center sind die Maßnahmen ein willkommenes „natürliches“ Experiment, an dem sie den Einfluss der Luftschadstoffe auf die Gesundheit untersuchen können. Für die aktuelle Untersuchung haben sie das Geburtsgewicht von 83.672 Kindern verglichen, die im Spätsommer 2007 bis 2009 geboren wurden. Die Daten wurden so gelegt, dass sich die Mütter während der Olympischen Spiele und der beiden Vergleichsperioden im achten Schwanger­schaftsmonat befanden, in dem die Feten am schnellsten wachsen.

Tatsächlich wogen die Kinder 2008 bei der Geburt im Durchschnitt 28 Gramm mehr als in den beiden anderen Jahren. Der Unterschied war aufgrund der hohen Fallzahl signifikant und die Forscher konnten Verzerrungen wie das Alter und das Ausbildungsniveau der Mutter ausschließen. Rich vermutet, dass die von der Schwangeren eingeatmeten Luftschadstoffe die Funktion der Plazenta schädigen. Er zitiert eine Untersuchung, nach der mit zunehmendem Schadstoffgehalt die Zahl der Mitochondrien in den Plazentazellen abnimmt. © rme/aerzteblatt.de

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