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Teledermatologie kann in unterversorgten Gebieten helfen

Donnerstag, 30. April 2015

dpa

Berlin – Unterstützung bei der Umsetzung des Nationalen Krebsplanes im Bereich Hautkrebs sowie gesetzliche Rahmenbedingungen, um flächendeckend Online-Sprechstunden anbieten zu können, forderte heute die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) anlässlich ihrer 48. Jahrestagung in Berlin. Noch bis zum 2. Mai 2015 diskutieren im Berliner CityCube mehr als 3.000 Dermatologen aus dem In- und Ausland sowie Versorgungsforscher über aktuelle medizinische Herausforderungen der Derma­tologie in Forschung, Klinik und Praxis sowie die fachärztliche Versorgungs­landschaft in Deutschland. In dieser nähmen die Dermatologen einen wichtigen Platz ein, sagte DDG-Präsident Roland Kaufmann. Hautärzte seien in der gesamten Bevölkerung bekannt und würden zunehmend aufgesucht.

Hautkrebs hat den stärksten Inzidenzanstieg
Den Experten zufolge werden in den nächsten Jahren Allergien und Hautkrebs sowie berufs- und altersbedingte Hauterkrankungen auch noch deutlich zunehmen. Hautkrebs sei schon heute die häufigste Krebserkrankung in Deutschland und zeige zwischen 2003 und 2009 mit 20 Prozent beim Melanom und mit 70 Prozent beim hellen Hautkrebs den stärksten Inzidenzanstieg.

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Die Gesundheitspolitik räume der Krebsbekämpfung seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert ein, betonte Klaus Strömer, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD). So sei bereits im Jahr 2008 der Nationale Krebsplan verab­schiedet worden, in dessen Fokus die Krebsfrüherkennung, der Ausbau onkologischer Versorgungsstrukturen sowie die Qualitätssicherung in Diagnostik und Therapie stehen.

Teledermatologie kann Kosten senken
Die fachärztliche Versorgung werde in den kommenden Jahren allerdings zu einer großen Herausforderung im Gesundheitssektor, sagte Strömer. Um diese zu bewältigen, seien zeitgemäße Strukturen nötig, die auch die moderne Telekommunikation mit einbeziehen. „Für das visuell geprägte Fachgebiet der Dermatologie wurden bereits erste Konzepte für den Einsatz der Teledermatologie entwickelt und zur Marktreife gebracht“, berichtete der in Mönchengladbach niedergelassene Hautarzt.

Er geht davon aus, dass die Teledermatologie kurzfristige Diagnosen in hoher Qualität auch in unterversorgten Regionen ermöglichen und die Gesundheitskosten bei der Verlaufskontrolle reduzieren kann. Die Dermatologen warteten jedoch noch auf die Klärung der gesetzlichen und berufsrechtlichen Rahmenbedingungen.

Scharfe Kritik am ARD-Politikmagazin "Kontraste"
Empört äußerte sich Strömer über die jüngste Darstellung des ARD-Politikmagazins "Kontraste" zum Hautkrebsscreening. Das Magazin hatte den Eindruck erweckt, die Sterblichkeitsrate sei dadurch nicht gesunken. Der Hautarzt verwies jedoch auf den Evaluationsbericht des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) zum Hautkrebsscreening:  „Dadurch wird klar: Das ARD-Politmagazin „Kontraste" hat die Öffentlichkeit getäuscht", sagte der Präsident des Berufsverbandes. Das vom G-BA beauftragte Institut für  Qualität und Patientensicherheit (BQS) komme in seinem Abschlussbericht zu dem Ergebnis, dass trotz einer steigenden Zahl von malignen Melanomen die Sterblichkeitsrate nach Krebsregisterdaten konstant niedrig bleibt. „Dies ist ein Erfolg und nicht etwa ein Hinweis auf die Nutzlosigkeit", betonte Strömer. © ER/aerzteblatt.de

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