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Medizin

Röteln auf amerikanischem Kontinent ausgerottet

Donnerstag, 30. April 2015

dpa

Washington – Die Röteln und die Rötelnembryofetopathie sind nach den Pocken (1971) und der Poliomyelitis (1994) die dritte und vierte Infektionskrankheit, die auf dem gesamten amerikanischen Kontinent ausgerottet werden konnten. Dies gab die panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) anlässlich der diesjährigen Vaccination Week in the Americas bekannt.

Vor der Einführung des ersten Impfstoffes im Jahr 1969 kam es auf dem amerikanischen Kontinent immer wieder zu Röteln-Epidemien. Neben den nicht gezählten Infektionen bei Kleinkindern, wo die Erkrankung im Gegensatz zu den Masern in der Regel milde verläuft, kam es laut PAHO jedes Jahr zu 16.000 bis 20.000 Fällen einer Rötelnem­bryofetopathie, die in unterschiedlicher Ausprägung mit Defekten an Herz (offener Ductus arteriosus), Augen (Katarakt) und Ohren (Innenohrtaubheit) einhergeht und für 15 bis 20 Prozent der Neugeborenen tödlich endet.

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Hinzu kommt eine nicht bekannte Zahl von Spontanaborten durch eine Infektion in der Frühschwangerschaft. Auch in den USA gab es 1964/65 noch einmal eine schwere Epidemie mit 20.000 Fällen einer Rötelnembryofetopathie.

Zwischen den 1990er Jahren und den frühen 2000er Jahren haben alle amerikanischen Staaten die Impfung eingeführt, die in der Regel im Rahmen der MMR-Impfung erfolgt. Im Jahr 2003 setzte sich die PAHO das Ziel, die Röteln auf dem Doppelkontinent ganz zu eradizieren. Zusätzlich zu den regelmäßigen Impfungen von Kindern wurden in den Jahren 1998 bis 2008 noch einmal 250 Millionen Jugendliche und Erwachsene in 32 Ländern gegen Röteln geimpft. Der letzte endemische Rötelnausbruch wurde 2009 in Argentinien dokumentiert. Seither hat es nur noch vereinzelte importierte Infektionen gegeben, zu denen es bei einem Nachlassen der Impfquote auch in Zukunft kommen kann.

In Deutschland sind die Röteln keineswegs ausgestorben. Im letzten Jahr wurden dem Robert Koch-Institut 151 Rötelnfälle übermittelt, von denen 32 Fälle labordiagnostisch bestätigt waren. Die letzte Rötelnembryofetopathie wurde 2013 bekannt. Betroffen war ein Junge, für den Mikrozephalie, Innenohrtaubheit, Katarakt und Störung des Knochenwachstums berichtet wurden. © rme/aerzteblatt.de

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