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Medizin

Studie: Noroviren bei Ausbrüchen in der Luft nachweisbar

Donnerstag, 30. April 2015

dpa

Québec – Noroviren werden nicht nur durch die Berührung des Patienten oder von Gegenständen übertragen, die mit den Ausscheidungen des Patienten verunreinigt sind. Eine Studie in Clinical Infectious Diseases (2015; doi: 10.1093/cid/civ321) zeigt, dass die Viren auch in der Luft des Krankenzimmers, des Korridors und der Pflegestation vorhanden sein können.

Noroviren werden überwiegend fäkal-oral übertragen. Der häufigste Weg führt vermutlich über die Hände. Die präventiven Maßnahmen betonen deshalb die Händedesinfektion und das Tragen von Handschuhen sowie die Desinfektion von patientennahen Flächen, Toiletten, Waschbecken und Türgriffen. Da die Erkrankung mit schlagartigem Erbrechen einhergeht, das von einem Hustenreiz begleitet sein kann, wird auch eine Ausbreitung über Aerosole vermutet.

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Eine Untersuchung von Caroline Duchaine von der Université Laval in Québec, zeigt, dass die Viren tatsächlich in der Luft nachweisbar sind. Ihre Forschergruppe hat in acht Gesundheitseinrichtungen bei Norovirus-Ausbrüchen die Luft an unterschiedlichen Orten untersucht: Die Proben aus dem Krankenzimmer (in einem Meter Entfernung zum Patienten) waren zu 54 Prozent positiv.

In der Luft des Flures vor dem Krankenzimmer wurden sie zu 38 Prozent und auf der Pflegestation zu 50 Prozent nachgewiesen. Die Virus-Konzentrationen reichten von 13 bis 2.350 Partikel pro Kubikmeter Luft. Laborexperimente mit dem murinen Norovirus 1 zeigten, dass die Viren aus der Luft infektiös sind.

Da die Aufnahme von 10 bis 100 Noroviren ausreicht, um eine Infektion zu starten, könnten Aerosole bei Norovirus-Ausbrüchen ein wichtiger Übertragungsweg sein, vermutet Duchaine. Das Tragen eines Mundschutzes oder auch mobile Anlagen zur Luftfilterung könnten ihrer Ansicht nach effektive Gegenmaßnahmen sein, die es Wert wären in Studien evaluiert zu werden. © rme/aerzteblatt.de

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