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Ärzteschaft

Rheinland-Pfalz: Zahl ärztlicher Behandlungsfehler bleibt im Promillebereich

Montag, 4. Mai 2015

Mainz – Rund 463 Patienten haben sich im vergangenen Jahr an den Schlichtungs­ausschuss der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz gewandt, weil sie einen ärztlichen Behandlungsfehler vermuteten. Der Ausschuss hat 2014 446 Verfahren abgeschlossen. Bei rund 25 Prozent der Verfahren bejahte er einen Behandlungsfehler. Damit liegt diese Quote etwa gleich hoch wie in den Jahren zuvor. Die Zahl der Behandlungsfehler bleibt in Relation zur Zahl aller landesweit erfassten Behandlungsfälle im Promillebereich.

„Trotzdem nimmt der Schlichtungsausschuss jeden eingehenden Antrag sehr ernst“, erklärte der Landesärztekammer-Präsident Frieder Hessenauer. Rheinland-Pfalz habe daher schon seit vielen Jahren stimmberechtigte Patientenvertreter im Schlichtungs­ausschuss. Er setzt sich aus einem Juristen, zwei Fachärzten und zwei Patienten­vertretern zusammen.

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In etwa 90 Prozent der Fälle werden die Entscheidungen der Schlichtungsstelle von beiden Parteien akzeptiert und die Streitigkeiten beigelegt.

2014 betrafen etwa drei Viertel der Anträge die Krankenhäuser und ein Viertel den ambulanten Bereich. Im Krankenhausbereich kamen die meisten dieser Anträge aus der Unfallchirurgie (51 Fälle), der Orthopädie (37 Fälle), der Allgemeinchirurgie (34 Fälle), der Frauenheilkunde (16 Fälle) und der Inneren Medizin (14 Fälle). Im ambulanten Bereich betraf es besonders die Orthopädie (14 Fälle), die Allgemeinchirurgie (12 Fälle), die Innere Medizin (9 Fälle), die hausärztlich tätigen Ärzte (8 Fälle) und die Augenheilkunde (8 Fälle).

„Hohe Qualität und Sicherheit lassen sich längerfristig nur erhalten, wenn jeder konsequent versucht, aus vermeidbaren Fehlern und vor allem aus Beinahe-Fehlern zu lernen“, betonte Hessenauer. Dazu gehöre auch, dass Fehler und Beinahe-Fehler nicht verschwiegen würden, sondern dass in Klinik und Praxis darüber gesprochen werde. „Nur dies hilft, Schwachstellen aufzudecken und wirksame Strategien zur Fehlerprävention aufzubauen“, so der Kammerpräsident. © hil/aerzteblatt.de

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