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Medizin

Luftschadstoffe erhöhen Allergierisiko im ersten Lebensjahr

Mittwoch, 6. Mai 2015

Prick-Test /dpa

Vancouver – Das Risiko von Kleinkindern, im ersten Lebensjahr eine Sensibilisierung auf häufige Alltagsallergene zu entwickeln, stieg in einer Studie in Environmental Health Perspectives (2015; doi: 10.1289/ehp.1408700) mit der Stickstoffdioxidbelastung durch die Außenluft. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Kindern, die keine Kindertages­stätte besuchten.

Die Canadian Healthy Infant Longitudinal Development Study (CHILD) begleitet mehr als 3.500 Kinder in vier kanadischen Städten seit der Schwangerschaft ihrer Mütter. Zu den Untersuchungen gehört ein Prick-Test im Alter von einem Jahr, in dem die Reaktion auf zehn häufige Allergene, einschließlich Katze, Hund, Milben, Schaben, Pilze, Milch, Ei, Soja und Erdnüsse bestimmt wird. Ein positiver Prick-Test ist nicht gleichbedeutend mit einer Allergie, er erhöht jedoch das Risiko, dass die Kinder später an atopischen Erkrankungen wie Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma erkranken.

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Wie Hind Sbihi von der School of Population and Public Health in Vancouver und Mitarbeiter berichten, waren positive Prick-Tests unter den Stadtkindern keineswegs selten: Bei 16 Prozent der Kinder fiel der Prick-Test auf wenigstens ein Allergen positiv aus: 12,5 Prozent waren auf Nahrungsmittel, 5,3 Prozent auf ein Inhalationsallergen sensibilisiert. Die Untersuchung basierte auf 2.477 Kindern, bei denen bereits ein Prick-Test durchgeführt worden war.

Sbihi setzte die Ergebnisse im Prick-Test mit der Stickstoffdioxidbelastung in Beziehung. Diese wurde für jedes Kind aufgrund des Verkehrsaufkommens am Wohnort ermittelt, wobei die Benutzung von Klimaanlagen berücksichtigt wurde. Im Ergebnis nahm das Risiko einer Sensibilisierung mit jedem Anstieg der Stickstoffdioxidbelastung von 10 µg/m3 um 16 Prozent zu. Die adjustierte Odds Ratio von 1,16 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,00 bis 1,41 signifikant. Bei Kindern, die nicht in Kindertages­stätten betreut wurden, stieg das Risiko einer Sensibilisierung sogar um 61 Prozent pro 10 µg/m3 Stickstoffdioxidbelastung (Odds Ratio 1,61; 1,28-2,01).

Sbihi führt dies auf eine protektive Wirkung der Krabbelgruppen zurück, durch die das Immunsystem eine Toleranz auf mehr Allergene entwickelt als wenn die Kinder zuhause betreut werden. Ein protektiver Einfluss von Haustieren war wie in anderen Studien ebenfalls erkennbar. Die Stickstoffdioxidbelastung während der Schwangerschaft der Mutter hatte dagegen keinen Einfluss auf das Utopie-Risiko des Kindes. Laut Sbihi ist es die erste Studie, die die Sensibilisierung auf häufige Allergene mit der Belastung durch Luftschadstoffe in Verbindung bringt.

© rme/aerzteblatt.de

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