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Medizin

Statine könnten Mortalität bei Lungenkrebs senken

Mittwoch, 6. Mai 2015

Belfast – Statine könnten die krebsspezifische Mortalität bei Lungenkrebs-Patienten positiv beeinflussen. Das schließen Forscher der Queen's University Belfast aus einer populationsbasierten Kohortenstudie. Leitautor Chris Cardwell und seine Arbeitsgruppe veröffentlichten die Ergebnisse in Cancer Epidemiology Biomarkers& Prevention.

Verschiedene epidemiologische Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen Statineinnahme und einer möglicherweise geringeren Krebssterblichkeit hin. Bisher war laut den Autoren jedoch unklar, ob die geringere Mortalität kausal durch die Statine verursacht wurde, oder ob andere Faktoren wie das allgemeine Gesundheitsverhalten von Statinnutzern hierfür verantwortlich war.

Für Lungenkrebs stellten Wissenschaftler um Christoph Minichsdorfer von der Wiener Universität auf dem letztjährigen Europäischen Krebskongress ESMO in Madrid auch zellbiologische Ergebnisse vor: Die Forscher stellten fest, dass Zelllinien nicht-klein­zelliger Bronchialkarzinome mit K-Ras Mutation durch die Statine in ihrem Wachstum gehemmt wurden.

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Die Arbeitsgruppe um Cardwell untersuchte nun wie sich eine langfristige Statin­einnahme auf die Sterblichkeit von Lungenkrebspatienten auswirkte.

Die Forscher nutzten die Daten von mehr als 14.000 britischen Patienten, bei denen Ärzte zwischen 1998 und 2012 die Diagnose eines Bronchialkarzinoms stellten. Sie kontrollierten die Statineinnahme der Patienten über Statistiken des U.K. Clinical Practice Research Datalink und verglichen diese mit der krebsspezfischen Mortalität der Erkrankten. 

Patienten, die erst nach Diagnosestellung mit der Statineinnahme begannen, zeigten ein um elf Prozent reduziertes krebsspezifisches Mortalitätsrisiko. Patienten, denen das Medi­ka­ment wenigstens zwölf Mal verschrieben wurde, zeigten sogar ein 19 Prozent geringeres Mortalitätsrisiko. Für Patienten, die vor Stellung der Diagnose bereits Statine nahmen, verringerte sich das das krankheitsassoziierte Todesrisiko um zwölf Prozent. Die Wissenschaftler konnten in ihrer Studie keinen Unterschied zwischen kleinzelligen und nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen feststellen. 

Obwohl der in der Studie beobachtete Effekt auf die Mortalität laut den Epidemiologen eher gering und ein kausaler Zusammenhang erneut unsicher sei, lohne es sich, den Effekt in weiteren epidemiologischen Studien zu untersuchen, berichtet die Arbeits­gruppe. Falls sich die Ergebnisse reproduzieren ließen, könne dies den Anstoß zu randomisierten klinischen Studien geben. © hil/aerzteblatt.de

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