NewsMedizinKritik an IQWiG-Bewertung der Stammzell­transplantation bei multiplem Myelom
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Kritik an IQWiG-Bewertung der Stammzell­transplantation bei multiplem Myelom

Mittwoch, 6. Mai 2015

Köln/Berlin – Deutliche Kritik am Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesund­heits­wesen (IQWiG) übt die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). Anlass ist die Nutzenbewertung der Stammzelltransplantation bei multiplem Myelom durch das IQWiG. Obwohl soeben aktualisiert, sei diese Nutzen­bewertung „überholt und dringend überarbeitungsbedürftig“, erklärte die DGHO gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

Im Januar 2012 hatte das IQWiG einen Abschlussbericht und ein ergänzendes Arbeits­papier zum Nutzen der Stammzelltransplantation bei multiplem Myelom vorgelegt. Danach ist die Studienlage zu der Therapieform unzureichend. Eine Update-Recherche habe zwar den Pool von Studiendaten erweitert, aber inhaltlich nichts am Fazit der Nutzen­bewertung geändert, hieß es Ende April in einem sogenannten Rapid Report des IQWiG. „Aufgrund der Wissenslücken und der vielen ungeklärten Fragen hält das IQWiG den Einsatz bestimmter Formen der Stammzelltransplantation bei multiplem Myelom weiterhin nur im Rahmen von klinischen Studien für vertretbar“, so das Fazit des Qualitätsinstituts.

Anzeige

„Dass Ergebnisse von Studien, die zum Teil unter deutscher Leitung stehen und überwiegend mit öffentlichen Geldern finanziert wurden, unter Verschluss bleiben, ist weiterhin inakzeptabel und konterkariert alle Bemühungen um mehr Transparenz“, konkretisierte der stellvertretende IQWiG-Leiter Stefan Lange die Kritik des Instituts.

„Mehrere große Studien zu diesem Thema mit wichtigen Ergebnissen wurden auf der Jahrestagung der amerikanischen Hämatologen im Dezember unter anderem von deutschen Studiengruppen vorgestellt und sind in dem Bericht noch nicht enthalten“, erklärte die DGHO gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Ohne diese Daten seien die vorgelegte Analyse und vor allem das Fazit überholt. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. Juli 2020
Berlin – Krebsregisterdaten länderübergreifend besser nutzbar machen – mit diesem Ziel hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ein Arbeitspapier mit ersten Eckpunkten erarbeitet. Das Papier,
Krebsregister: Ge­sund­heits­mi­nis­terium will Daten besser nutzbar machen
25. Juni 2020
Köln/Bonn – Die Deutsche Krebshilfe fördert ein neues Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum am Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) der Universitätskliniken Köln und Bonn. Beide Standorte arbeiten schon
Neues Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum für Onkologie
4. Juni 2020
Bonn – Viele Krebspatienten und ihre Familien geraten wegen der Erkrankung in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Coronapandemie könnte dies jetzt noch verstärken. Das befürchten die Deutsche
Pandemie könnte Armutsrisiko für Krebspatienten verschärfen
2. Mai 2020
Berlin – OP-Kapazitätsbeschränkungen zur Vorhaltung von Intensivkapazitäten für Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion nehmen Einfluss auf die kolorektale Chirurgie in Deutschland – auch bei onkologischen
COVID-19-Pandemie: Folgen für die onkologische kolorektale Chirurgie
15. April 2020
Dortmund – Ein Mesotheliom des Hodens muss, wie alle anderen Mesotheliome auch, immer den Unfallversicherungsträgern als Verdacht auf das Vorliegen einer Berufskrankheit gemeldet werden. Darauf hat
Mesotheliom des Hodens immer als mögliche Berufskrankheit melden
9. April 2020
Heidelberg – Am Hopp-Kindertumorzentrum in Heidelberg (KiTZ) hat eine Forschungseinheit zu kindlichen Sarkomen seine Arbeit aufgenommen. Die Einheit mit dem Namen „Translationale Pädiatrische
Neue Forschungseinheiten zu kindlichen Sarkomen in Heidelberg
3. April 2020
Köln − Therapeuten der Universitätsklinik Köln haben Trainigsvideos für Krebspatienten online gestellt, die jetzt wegen der Coronakrise nicht mehr zu ihren Sportstunden gehen können. Die meisten
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER