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Ärzteschaft

Kliniken sollten Hilfsstrukturen für Kinder suchtkranker Eltern bereitstellen

Mittwoch, 6. Mai 2015

Berlin – Mehr Hilfsstrukturen für die Kinder suchtkranker Eltern fordert die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH). Die Fachgesellschaft weist daraufhin, dass in Deutschland etwa 2,6 Millionen Kinder in Familien mit einem suchtkranken Elternteil leben. Diese Kinder seien gefährdet, seelisch, psychisch und sozial Schaden zu nehmen, später selbst an einer Sucht zu erkranken oder Opfer von physischer Gewalt zu werden.

„Wir beobachten im Umfeld unserer kleinen Patienten einen zunehmenden Missbrauch von Drogen, gerade in jungen Familien, bei Schwangeren und Heranwachsenden“, sagt Frauke Schwier, Kinderchirurgin am Universitätsklinikum Dresden und Tagungs­präsidentin der DGKCH.

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Die Fachgesellschaft fordert deshalb, Kliniken sollten konkrete Hilfen für diese Kinder anbieten, zum Beispiel interdisziplinäre Kinderschutzgruppen. „Zahlreiche auf den Einzelfall abgestimmte Disziplinen von Jugendhilfe, Sozialdiensten, Pädagogen, Kinderpsychologen und Jugendpsychiatern, Rechtsmedizinern, Augenärzten, Radio­logen, Kinderärzten, Gynäkologen und Kinderchirurgen und manchmal auch der Polizei arbeiten im Idealfall zum Wohl der Betroffenen zusammen“, erläutert Sylvester von Bismarck, der die AG Kinderschutz der DGKCH leitet.

Im Augenblick verfügten rund 50 Kliniken in Deutschland über solche Gruppen. Das reicht laut der DGKCH bei weitem nicht aus. „Wir brauchen mehr Kinderschutzgruppen und von ihnen geschaffene, lokale Hilfsnetzwerke, die mit den Kliniken zusammen­arbeiten“, so von Bismarck. Wichtig sei auch, diese Arbeit zu finanzieren. „Im Augenblick ist dieser Aufwand in den Fallpauschalen zur Vergütung der Kliniken nicht eingeplant“, kritisiert die Fachgesellschaft.

© hil/aerzteblatt.de

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