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Ärzteschaft

Neue Katheterbehandlung des Schlaganfalls flächendeckend einsetzen

Mittwoch, 6. Mai 2015

Berlin – Die Thrombektomie flächendeckend in Deutschland zur Behandlung von Schlaganfällen einzusetzen, fordert die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Bei diesem Verfahren entfernen die Ärzte den Blutpfropf mechanisch aus dem Gefäß, anstatt ihn medikamentös aufzulösen.

„Bei etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Patienten versuchen wir, das Blutgerinnsel durch die Infusion eines Medikaments in die Armvene aufzulösen“, erläutert Darius Nabavi die augenblickliche Versorgung der Patienten. Er ist Chefarzt der Neurologischen Klinik am Vivantes Klinikum in Berlin-Neukölln und Leiter der Stroke Unit Kommission bei der DSG.

Endovaskuläre Thrombektomie ist eine dringend benötigte Ergänzung für Schwerbetroffene
Dieses Verfahren stoße aber bei sehr großen Gerinnseln an seine Grenzen, also an Patienten mit besonders schweren Schlaganfällen. „Die endovaskuläre Thrombektomie, bei der mit einem Katheter das Gerinnsel aus der Hirnarterie gezogen wird, ist deshalb eine dringend benötigte Ergänzung für Schwerbetroffene“, so Nabavi. Er schätzt, dass in Deutschland jährlich etwa 10.000 Patienten für die Behandlung infrage kommen.

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Derzeit gibt es in Deutschland 264 von der DSG zertifizierte sogenannte Stroke Units, also spezielle Einheiten in Kliniken, die auf die Versorgung von Patienten mit Schlaganfällen spezialisiert sind. Davon sind 99 überregionale Stroke Units technisch und personell verstärkt ausgestattet und unterstützen die übrigen 155 regionalen Stroke Units.

Die neue Methode stellt besondere Anforderungen an die Ausstattung und die Ausbildung des ärztlichen Personals in diesen Stroke Units. Sogenannte Neuro-Interventionalisten müssen laut der DSG den Katheter-basierten Eingriff durchführen. „Wir stellen bereits seit 2012 sicher, dass jede zertifizierte überregionale Stroke Unit mindestens zwei Neuro-Interventionalisten am Standort verfügbar hat“, so Nabavi. In ländlichen Gebieten seien diese Strukturen jedoch noch nicht so gut ausgebildet. Der DSG-Experte rechnet aber damit, dass die Zahl der Eingriffe steigen wird.

Neuro­vaskuläre Netzwerke sollen Qualität sichern
„Die Personalstruktur der überregionalen Stroke Units und neurointerventionellen Teams muss deshalb noch weiter gestärkt werden“, so der DSG-Experte. Wichtig sei, von Anfang an die Qualität der Eingriffe zu bewahren. „Wir benötigen hier eine Qualitäts­sicherung, die gewährleistet, dass kein Wildwuchs entsteht“, sagte er.

Als ein Instrument der Qualitätssicherung schlägt die DSG die sogenannten neuro­vaskulären Netzwerke vor, die sich in den zurückliegenden Jahren in Deutschland gebildet haben. Diese Fachkonferenzen von Neuromedizinern und Gefäßexperten sollten künftig für die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten in der Anwendung des Spezialverfahrens sorgen. „Wir möchten rasch die organisatorischen Voraussetzungen für einen flächendeckenden Einsatz der Katheter-basierten Gefäßinterventionen in Deutschland schaffen“, sagte Nabavi.

© hil/aerzteblatt.de

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