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Ausland

Griechisches Gesundheitssystem am Boden

Donnerstag, 7. Mai 2015

dpa

Berlin – Das Gesundheitssystem in Griechenland steckt weiterhin in einer tiefen Krise. Die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten und Medizinprodukten ist unzureichend. Bestimmte hochpreisige Produkte sind nicht verfügbar. Das berichtete der Beauf­tragten für die gesundheitspolitische Zusammenarbeit mit Griechenland, Wolfgang Zöller (CSU) gestern im Gesundheitsausschuss des Bundestages.

Die griechische Arzneimittelbehörde (EOF) könne wegen Personalmangels und unzureichender regulatorischer Kompetenzen die Arzneimittelzulassung, -überwachung und -preisregelung nur lückenhaft wahrnehmen. Die Impfquote in der Bevölkerung gegen Infektionskrankheiten sei niedrig. Die Primärversorgung der Unversicherten (rund 30 Prozent) werde im Wesentlichen von Nichtregierungsorganisationen übernommen. Das auf EU-Mitteln basierende Gutscheinsystem für eine Mindestversorgung decke nur einen geringen Teil der Not ab, berichtete Zöller.

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Mit der Finanzkrise und der immensen Arbeitslosigkeit in Griechenland haben in den zurückliegenden vier Jahren mehr als eine Million Menschen ihre Versicherungsbeiträge nicht bezahlt und damit den Anspruch auf Behandlung in Kliniken und Arztpraxen sowie auf Medikamente verloren. Inzwischen könnten Arbeitslose allerdings wieder mit kostenloser ärztlicher Hilfe rechnen. So sei über einen Ministerialerlass vom Juni 2014 geregelt, dass Arbeitslose im Krankheitsfall Ärzte und Krankenhäuser aufsuchen können, die mit den staatlichen Krankenkassen zusammenarbeiten. Für die Kranken­versicherung der Arbeitslosen habe der Staat insgesamt rund 340 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Auch unter der neuen Regierung bleibe die Gesundheitspolitik „ein wichtiger Bestandteil der Reformprozesse“, heißt es in dem Bericht weiter. Offen sei derzeit aber, mit welcher technischen Unterstützung und mit welchen Ressourcen die griechische Regierung die angestrebte hochwertige Gesundheitsversorgung erreichen wolle, so Zöller vor dem Ausschuss. © hil/aerzteblatt.de

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