NewsÄrzteschaftPraxisaufkauf: Begrenzter Einfluss der Ärzte
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Praxisaufkauf: Begrenzter Einfluss der Ärzte

Donnerstag, 7. Mai 2015

Berlin – Die Freie Ärzteschaft (FÄ), der NAV-Virchow-Bund und die Bürgerinitiative Gesundheit (BIG) wehren sich, unterstützt von Bürgern, gegen geplante Regelungen im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (VSG) und gegen andere Gesetzesvorhaben wie zum Beispiel das E-Health-Gesetz. „25.000 Arztpraxen weniger, stattdessen mehr Medizi­nische Versorgungszentren in der Hand von Konzernen und Kommunen – das wollen die Bürger nicht“, sagte der FÄ-Vorsitzende Wieland Dietrich gestern vor der Presse in Berlin.

Zuvor hatten Vertreter von FÄ und BIG im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium Unterschriften­listen überreicht. Nach Darstellung der Freien Ärzteschaft haben sich 250.000 Patien­tinnen und Patienten ihrer Kritik angeschlossen.

Mit dem VSG gehe die Bundesregierung keine grundlegenden Reformen an, kritisierte der NAV-Bundesvorsitzende Dirk Heinrich: „Die Budgetierung bleibt festgeschrieben, feste Preise und Planungssicherheit für niedergelassene Ärzte sind kein Thema.“ Er monierte zum wiederholten Mal die Pflicht zum Aufkauf von Praxen in formal über­versorgten Gebieten und die Vorgabe, Terminservicestellen einzuführen. „Statt über geeignete Wege zur Steuerung der Patientenströme nachzudenken, werden der ambulanten Versorgung mit dem Gesetz Kapazitäten entzogen“, sagte Heinrich.

Dass die Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigungen in den Zulassungsausschüssen Praxisaufkäufe regelhaft verhindern können, hält er für eine Illusion. „Es gibt auch noch Widerspruchsausschüsse“, erläuterte der NAV-Vorsitzende. Dort werde dann vermutlich über Versorgungsgründe diskutiert, die den Erhalt eines Praxissitzes rechtfertigten. „Man kann aber nicht vorhersagen, welche Gründe anerkannt werden und welche nicht“, gab Heinrich zu bedenken. Deshalb gelte in Bezug auf Praxisaufkäufe: „Die Ärzte können die Entscheidung nicht einfach so vom Tisch wischen.“

Anzeige

Der FÄ-Vorsitzende Dietrich befürchtet zudem, dass durch sich hinziehende Nachbe­setzungsverfahren Interessenten für eine Niederlassung vergrault werden. „Man schafft so auf natürlichem Weg die Praxis ab“, gab er zu bedenken. Silke Lüder, FÄ-Vize­vorsitzende, verwies darauf, dass man junge Ärztinnen und Ärzte nicht zur Niederlassung in einer bestimmten Region zwingen könne.

Sie bildet in ihrer allgemeinmedizinischen Praxis in Hamburg junge Kollegen und Kolleginnen weiter und erlebt, dass diese aus familiären Gründen kaum umziehen können. Deswegen müsse man Lösungen für die Versorgung vor allem in den Regionen entwickeln, wo der Nachwuchs fehle, schlug sie vor. © Rie/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. September 2020
Hannover – In vielen Regionen in Deutschland wird es immer schwieriger für Praxisinhaber, einen Nachfolger zu finden. Das geht aus einer neuen Arztzahlprognose für Niedersachsen und einer Antwort der
Arztzahlprognosen: Immer mehr Praxen ohne Nachfolger
13. August 2020
Weimar – Die Zulassungsausschüsse für Ärzte und Psychotherapeuten in Thüringen haben nach der Veröffentlichung des neuen Bedarfsplanes mehr als 300 Bewerbungen auf freie Arzt- und
Viele Bewerber auf neue Arzt- und Psychotherapeutensitze in Thüringen
15. Juni 2020
München – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns weitet ihre Nieder­lassungs­förderung aus. Hintergrund ist, dass der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen elf neue Regionen als drohend
Niederlassungsförderung in elf neuen Planungsbereichen in Bayern
3. Juni 2020
Erfurt – In Thüringen ist eine neue Bedarfsplanung für die ambulante ärztliche und psychotherapeutische Versorgung in Kraft getreten. Darauf hat die Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen heute
Neue Bedarfsplanung in Thüringen in Kraft getreten
16. März 2020
Berlin – Die Linksfraktion im Deutschen Bundestag hat die Einführung eines Instruments zum 1. Januar 2021 gefordert, mit der der Bedarf an Pflegekräften im Krankenhaus gemessen werden kann. Dieses
Linksfraktion fordert Einführung eines Pflegepersonalbemessungsinstruments
15. März 2020
Berlin – Angesichts eines längerfristigen Kampfes gegen die Coronavirus-Epidemie weisen Ärztefunktionäre auf eine drohende Knappheit von Mitarbeitern in Krankenhäusern hin. „Was uns mehr Sorgen macht
Ärzte besorgt wegen Personallage in Kliniken
11. März 2020
Berlin – Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS), Johannes Horlemann, hat Schmerzmediziner dazu aufgerufen, auch im Rentenalter zu arbeiten, um die Versorgung ihrer Patienten
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER