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Ärzteschaft

Praxisaufkauf: Begrenzter Einfluss der Ärzte

Donnerstag, 7. Mai 2015

Berlin – Die Freie Ärzteschaft (FÄ), der NAV-Virchow-Bund und die Bürgerinitiative Gesundheit (BIG) wehren sich, unterstützt von Bürgern, gegen geplante Regelungen im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (VSG) und gegen andere Gesetzesvorhaben wie zum Beispiel das E-Health-Gesetz. „25.000 Arztpraxen weniger, stattdessen mehr Medizi­nische Versorgungszentren in der Hand von Konzernen und Kommunen – das wollen die Bürger nicht“, sagte der FÄ-Vorsitzende Wieland Dietrich gestern vor der Presse in Berlin.

Zuvor hatten Vertreter von FÄ und BIG im Bundesgesundheitsministerium Unterschriften­listen überreicht. Nach Darstellung der Freien Ärzteschaft haben sich 250.000 Patien­tinnen und Patienten ihrer Kritik angeschlossen.

Mit dem VSG gehe die Bundesregierung keine grundlegenden Reformen an, kritisierte der NAV-Bundesvorsitzende Dirk Heinrich: „Die Budgetierung bleibt festgeschrieben, feste Preise und Planungssicherheit für niedergelassene Ärzte sind kein Thema.“ Er monierte zum wiederholten Mal die Pflicht zum Aufkauf von Praxen in formal über­versorgten Gebieten und die Vorgabe, Terminservicestellen einzuführen. „Statt über geeignete Wege zur Steuerung der Patientenströme nachzudenken, werden der ambulanten Versorgung mit dem Gesetz Kapazitäten entzogen“, sagte Heinrich.

Dass die Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigungen in den Zulassungsausschüssen Praxisaufkäufe regelhaft verhindern können, hält er für eine Illusion. „Es gibt auch noch Widerspruchsausschüsse“, erläuterte der NAV-Vorsitzende. Dort werde dann vermutlich über Versorgungsgründe diskutiert, die den Erhalt eines Praxissitzes rechtfertigten. „Man kann aber nicht vorhersagen, welche Gründe anerkannt werden und welche nicht“, gab Heinrich zu bedenken. Deshalb gelte in Bezug auf Praxisaufkäufe: „Die Ärzte können die Entscheidung nicht einfach so vom Tisch wischen.“

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Der FÄ-Vorsitzende Dietrich befürchtet zudem, dass durch sich hinziehende Nachbe­setzungsverfahren Interessenten für eine Niederlassung vergrault werden. „Man schafft so auf natürlichem Weg die Praxis ab“, gab er zu bedenken. Silke Lüder, FÄ-Vize­vorsitzende, verwies darauf, dass man junge Ärztinnen und Ärzte nicht zur Niederlassung in einer bestimmten Region zwingen könne.

Sie bildet in ihrer allgemeinmedizinischen Praxis in Hamburg junge Kollegen und Kolleginnen weiter und erlebt, dass diese aus familiären Gründen kaum umziehen können. Deswegen müsse man Lösungen für die Versorgung vor allem in den Regionen entwickeln, wo der Nachwuchs fehle, schlug sie vor. © Rie/aerzteblatt.de

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