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Ärzteschaft

Unfallchirurgen vernetzen Kliniken mit teleradiologischem System

Donnerstag, 7. Mai 2015

Berlin– 130 Traumazentren in Deutschland nutzen mittlerweile das teleradiologische System TKmed® der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Auf die besondere Bedeutung einer engen Vernetzung der Zentren hat die Fachgesellschaft im Vorfeld des Europakongresses der Unfallchirurgen in Amsterdam hingewiesen.

Deutschlandweit arbeiten über 600 Kliniken in 50 zertifizierten regionalen Netzwerken der DGU bei der Versorgung von Unfallopfern zusammen. 2012 hat die Fachgesellschaft damit begonnen, über ihre Online-Plattform „TKmed®“ diese Traumazentren miteinander zu vernetzen, damit sie Röntgenaufnahmen, CT- und MRT-Bilder sowie Patienten­befunde und Arztbriefe auf elektronischem Weg austauschen können. Der digitale Austausch über das teleradiologische System spart laut der Fachgesellschaft im Notfall lebensrettende Zeit.

„Eine erste Auswertung an unserer Klinik hat gezeigt, dass wir im Schockraum mit dem elektronischen Bilddatentaxi zirka 30 Minuten Zeit sparen. Vor TKmed® kamen die Bilder zeitgleich mit dem Patienten an und erst dann war die Betrachtung möglich. Manchmal hängt das Leben unserer Patienten an den vorauseilenden Informationen, die über unsere Datenautobahn TKmed® von einer Klinik zur anderen rasen“, sagt der DGU-Präsident Michael Nerlich, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Regensburg.

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Ein wichtiges Beispiel sei das Ganzkörper-CT. Wissenschaftler haben bereits 2009 anhand von Daten aus dem Traumaregister DGU® nachgewiesen, dass es hilft, das Sterberisiko zu senken. Durch genaue Handlungsvorschriften und räumliche Vorgaben – das CT-Gerät muss sich in unmittelbarer Nähe zum Schockraum befinden – lag den Ärzten im Jahr 2013 in durchschnittlich 23 Minuten nach Eintreffen des Patienten im Schockraum ein Ganzkörper-CT vor.

Vor zehn Jahren dauerte dies laut der DGU noch 31 Minuten. „Solche Bilder und Befunde sind sofort im TKmed®-System verfügbar und können unter Einhaltung des Datenschutzes an Spezialisten anderer Kliniken verschickt werden oder von verschiedenen Abteilungen im selben Haus aufgerufen werden“, hieß es aus der Fachgesellschaft.

© hil/aerzteblatt.de

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