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Ausland

Irische und britische Kleinkinder sind die dicksten Europas

Donnerstag, 7. Mai 2015

dpa

Prag/Dublin – Kleinkinder in Irland und Großbritannien sind europaweit am stärksten von Übergewicht betroffen. Laut einer beim Europäischen Kongress zur Adipositas in Prag vorgestellten Studie der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) führt Irland die Rangliste bei den übergewichtigen oder fettleibigen Kinder unter fünf Jahren mit einem Anteil von 27,5 Prozent an, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 23,1 Prozent sowie von Albanien mit 22 Prozent.

Die Studie der WHO verglich Daten zum „Ernährungszustand“ von Kleinkindern in 32 Ländern. Am Ende der Liste fanden sich Kasachstan, wo gerade einmal 0,6 Prozent als übergewichtig gelten, Litauen mit 5,1 Prozent sowie Kongress-Gastgeber Tschechien mit 5,5 Prozent. Weltweit sind laut WHO rund 42 Millionen Kleinkinder von Übergewicht oder Fettleibigkeit betroffen.

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Donal O'Shea, einer der führenden Experten Irlands auf dem Gebiet, sagte, Adipositas sei in seinem Land mittlerweile ein größerer Anlass zur Besorgnis „als Cholera im 19. Jahrhundert oder HIV/Aids in den 1980er Jahren“.

„Die Iren futtern sich zu Tode“
Noch in den 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hätten die Bewohner der Insel zu den untergewichtigsten in ganz Europa gehört. „Dann haben wir in den 60ern und 70ern aufgeholt und es als Fortschritt verstanden“, sagte O'Shea. „Aber wir haben nicht aufgehört, als wir das Normalgewicht erreichten“, fügte er hinzu.

 „Die Iren futtern sich zu Tode“, sagte Maureen Mulvihill von der Irischen Herzstiftung und forderte Gegenmaßnahmen, „die eigentlich schon vor zehn Jahren hätten beginnen sollen“. Gesundheitsorganisationen des Landes dringen beispielsweise auf Steuern auf zuckerhaltige Getränke sowie Verbote von Snackautomaten in Schulen und von Lebensmittelwerbung für Kinder.

Übergewicht schlägt sich in schlechten schulischen Leistungen nieder
Eine weitere in Prag vorgestellte Studie legte einen Zusammenhang mit Übergewicht und unterdurchschnittlichen schulischen Leistungen nahe. Wissenschaftler des schwe­dischen Karolinska Institutet fanden heraus, dass nur 56 Prozent der Kinder des Landes, die wegen Fettleibigkeit in Behandlung waren, mindestens zwölf Jahre zur Schule gingen. Bei normalgewichtigen Gleichaltrigen seien dies hingegen 76 Prozent. Die Gründe dafür seien nicht eindeutig auszumachen, sagte eine der Autorinnen der Studie, Emilia Hagman.

Jedoch hätten bei den 9.000 untersuchten Kindern Geschlecht, ethnischer Hintergrund oder soziökonomischer Status keine Rolle gespielt. Möglicherweise hingen die schlechteren Leistungen mit Ausgrenzung und Stigmatisierung der Betroffenen zusammen. © afp/aerzteblatt.de

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