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Medizin

Posttraumatische Belastungsstörung beschleunigt Alterung

Montag, 11. Mai 2015

San Diego – Patienten, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung erkranken, könnten schneller altern als psychisch gesunde Personen. Dies schließen Forscher um Dilip Jeste an der University of California aus der Metaanalyse von 64 Studien. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im American Journal of Geriatric Psychiatry (http://dx.doi.org/10.1016/j.jagp.2015.04.001).

Psychische Erkrankungen, wie bipolare Störungen oder Schizophrenien, wurden von einigen Forschern als Erkrankungen beschrieben, die mit einem beschleunigten Alterungsprozess einhergehen. Typisch für diese Erkrankungen ist oft auch eine genetische Prädisposition.

Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ist demgegenüber typisch für Opfer von akuten Belastungen wie terroristischen Anschlägen, Überfällen oder Kriegserfahrungen. Da bisher keine gesicherte genetische Disposition für diese Erkrankung bestehe, könnte sie als Beispielerkrankung dienen, wie psychische Belastungen den Alterungsprozess beeinflussen, berichten die Wissenschaftler.

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Die von den Forschern eingeschlossenen Studien untersuchten verschiedene Parameter, welche die Alterung der Teilnehmer beschreiben. Da bisher keine standardisierten Parameter für den Alterungsprozess existieren, untersuchten die Forscher Marker, die sich im Rahmen anderer Erkrankungen mit einer frühzeitigen Alterung häufig verändern.

Es wurden in den Analysen sowohl die Länge der Telomeren in den Leukozyten bestimmt (LTL), als auch das Auftreten altersassoziierter Erkrankungen sowie die Mortalität.

In allen Studien, in denen die LTL bestimmt wurde, konnten die Forscher eine Verkürzung der Telomeren bei PTBS-Patienten nachweisen. Entzündungsmediatoren wie das C-reaktive Protein und TNF-α waren bei den Patienten häufig erhöht.

In einem Großteil der Studien konnte zudem gezeigt werden, dass typische Erkrankungen des alternden Menschen wie Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen oder Demenzen bei den PTBS- Patienten häufiger auftraten. Sieben von zehn Studien konnten außerdem eine höhere Mortalität bei den Patienten nachweisen.

„Die Ergebnisse zeigen zwar nicht, ob beschleunigtes Altern spezifisch für die PTBS ist, jedoch geben sie Anlass, die Rolle der PTBS als rein psychische Erkrankung zu überdenken“, fasste Studienautor James Lohr die Ergebnisse der Forscher zusammen.

© rme/aerzteblatt.de

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