Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Marburger Bund fordert mehr Geld für genügend Personal im Krankenhaus

Montag, 11. Mai 2015

Frankfurt – Der Marburger Bund (MB) hat die geplante Krankenhausreform kritisiert und die Politik aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Kliniken genügend Personal anstellen und dieses auch angemessen bezahlen könnten. Im Referentenentwurf für die Reform habe aber der Abbau von angeblichen Überkapazitäten Vorrang vor einer auskömm­lichen Finanzierung. „Unter dem Deckmantel einer Qualitätsoffensive wird der Mangel durch Kapazitätsabbau verschärft. Dem Bürger werden Qualitätsdefizite in der Versor­gung suggeriert“, kritisierten die Delegierten der 127. MB-Hauptversammlung am vergangenen Wochenende in Frankfurt.

Ende April hatte das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium den Referentenentwurf für eine Krankenhausreform vorgelegt. Der 121 Seiten umfassende Gesetzentwurf sieht dabei eine Fülle von Maßnahmen vor, mit denen unter anderem Qualität als Planungs- und Finanzierungselement in das System eingebaut und die angeblichen Überkapazitäten in der Krankenhauslandschaft abgebaut werden sollen.

Der MB wies auf der Hauptversammlung wieder daraufhin, dass die Länder ihrer Verpflichtung nicht nachkommen, den Krankenhäusern genügend Mittel für notwendige Investitionen bereitzustellen. Diese müssten daher mitunter auf Geld aus der Patien­tenversorgung zurückgreifen, um Bauvorhaben und andere Investitionen zu bezahlen. „Die bisher nur von einzelnen Krankenhäusern betriebene missbräuchliche Verwendung von Versichertengeldern wird durch den vorliegenden Referentenentwurf legalisiert“, kritisierten die Delegierten. Dabei benötigten die Kliniken das Geld dringend für Personalkosten, deren Anteil im Krankenhaus bei über 60 Prozent der Gesamtkosten liege.

Deutlich zu wenig Geld bekommen die Krankenhäuser laut dem MB auch für ambulante Behandlungen. Derzeit fingen Krankenhäuser in ihren Ambulanzen nicht nur Engpässe im Notdienst ab, sondern versorgten auch eine Vielzahl von regulären Patienten mit, wenn deren eigentlich behandelnder Vertragsarzt nicht verfügbar sei. Sie erhielten für diese Leistungen keine ausreichende Refinanzierung ihrer kostenintensiven Strukturen. „Dies führt zu einer unzureichenden Personaldecke mit Arbeitsverdichtung bei Ärzten und Pflege und geht zu Lasten der adäquaten Versorgung der Notfallpatienten“, kritisierte die MB-Hauptversammlung. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

08.05.17
Krankenhaus­landschaft: Saarland will umbauen und mehr investieren
Saarbrücken – Die neue Landesregierung im Saarland will mehr Geld in die Krankenhauslandschaft stecken. Die Investitionsmittel sollen von derzeit jährlich 28,5 Millionen Euro bis zum Jahr 2022 um bis......
19.04.17
Fixkostendegressions­abschlag verunsichert Kliniken
Düsseldorf – Der neue Fixkostendegressionsabschlag (FDA) verunsichert laut Deutscher Apotheker- und Ärztebank (Apobank) viele Kliniken. „Aktuell spüren wir in unserer Beratungspraxis deutliche......
18.04.17
Krankenhäuser: Bundesländer müssen Investitionen verdoppeln
Berlin – Die Bundesländer haben die Krankenhausinvestitionen in Deutschland im Jahr 2015 mit rund 2,8 Milliarden Euro finanziert. Das zeigt eine neue von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG)......
12.04.17
CDU kündigt Millionenprogramm für Kliniken in NRW an
Düsseldorf – Der Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen geht in die Endphase, bevor am 14. Mai eine neue Landesregierung gewählt wird. Nachdem die SPD den Kliniken bereits ein Milliardenprogramm......
04.04.17
Mehr Geld für Krankenhäuser in Baden-Württemberg
Stuttgart – Die rund 250 Krankenhäuser in Baden-Württemberg sollen in diesem Jahr Finanzmittel in Höhe von 525,5 Millionen Euro erhalten, 63,8 Millionen Euro kommen aus dem Krankenhausstrukturfonds.......
03.04.17
Krankenhaus­förderung: Rheinland-Pfalz für Verbundlösungen
Mainz – Mit gezielten Investitionen und der Unterstützung von Fusionen will die Landesregierung Rheinland-Pfalz die Krankenhausversorgung sichern. Wenn es nicht gelinge, Verbundlösungen für......
29.03.17
Stuttgart – Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart hat die Klage des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken (BDPK) gegen den Landkreis Calw abgewiesen. Das geht aus Pressemitteilungen des Landkreises......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige