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Ärzteschaft

Gassen bleibt Vorstands­vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Montag, 11. Mai 2015

Andreas Gassen /Jardai

Frankfurt am Main – Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, bleibt im Amt. Nach vierstündiger Beratung in geschlossener Sitzung am heutigen Nachmittag hat er offenbar die Bedenken von Teilen der Vertreter­versammlung über Interessenskollisionen zwischen seinem Amt in der KBV und dem ehemaligen Vorsitz im Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (Spifa) ausräumen können. „Wir haben maximale Transparenz geschaffen“, sagte Gassen. Es habe einen intensiven Austausch gegeben, er könne aber keine Details aus der Sitzung preisgeben, sagte Gassen vor der Presse. „Meine Wahrnehmung ist, das Thema ist mit heute abgeschlossen.“ Jetzt gelte es, in die Zukunft zu schauen. „Wir müssen uns als KV-System im Markt behaupten. Dieser Aufgabe kann ich mich jetzt widmen.“

Gassen räumte ein, dass es über Chancen und Risiken der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) im KV-System sehr unterschiedliche Ansichten gebe. Dazu soll zeitnah eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden. „Wir müssen die unterschiedlichen Strömungen einfangen. Dialog ist an dieser Stelle sehr wichtig“, erklärte Gassen.

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„Die ASV ist eine Chance, zuallererst einmal für die Patienten“, hatte am Vormittag der Vorstandsvorsitzende der KV Hamburg, Walter Plassmann, erklärt. Ralph Ennenbach, Vorstand der KV Schleswig-Holstein, betonte, dort seien die meisten Berufsverbände überzeugt davon, dass die Vorteile der ASV die Nachteile überwiegen würden. Dagegen erklärte Norbert Metke, Vorstandsvorsitzender der KV Baden-Württemberg: „Für einige wenige Fachärzte ist sie eine Chance. Aber für das Gros der Fachärzte ist sie eine Katastrophe.“

Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der KV Bayerns, hatte Gassen am Vormittag vorgeworfen, die Ver­tre­ter­ver­samm­lung über seine Kompromisssuche zur ASV mit den Krankenhäusern nicht informiert zu haben: „Das ist ein schwerer Fehler. Ohne die Diskussion mit dem Souverän kann man einen solchen Weg nicht gehen.“ Krombholz hatte zudem gefordert, die Vorwürfe um eine Ämterverflechtung Gassens am Nachmittag aufzuklären.

Gassen hatte bereits den öffentlichen Teil der Sitzung für eine persönliche Erklärung in dieser Angelegenheit genutzt. Er räumte ein, er habe kommunikative Fehler begangen, aber auch daraus gelernt. „Ich war in das operative Geschäft des Spifa seit meinem Amtsantritt bei der KBV nicht mehr eingebunden“, versicherte Gassen. Er erklärte nach der geschlossenen Sitzung, dass die Ver­tre­ter­ver­samm­lung nicht alle offenen Punkte klären konnte. „Die Fragen zu mir sind aber ausgeräumt.“ Am Vormittag hatten noch der Dienstvertrag von Gassens Vorgänger Andreas Köhler und ein Brief in dieser Sache von KBV-Vorstand Regina Feldmann an das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium Fragen aufgeworfen. © HK/Rie/aerzteblatt.de

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