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Neue Diabetes-Studien­ambulanz in Heidelberg

Mittwoch, 13. Mai 2015

Heidelberg – Das Universitätsklinikum Heidelberg hat eine neue Studienambulanz für Diabetesforschung eingerichtet. Sie soll dazu beitragen, Entstehung und Verlauf von Diabetes mellitus und seiner Folgeerkrankungen besser zu verstehen. Im Rahmen von Langzeitstudien untersuchen die Ärzte Patienten in verschiedenen Stadien im Hinblick auf mögliche Spätschäden wie Herzinfarkt, Schlaganfälle, Erblindung und Nervenerkrankungen.

„Wir haben den Diabetes mellitus immer noch nicht richtig verstanden“, erläutert Stefan Kopf, Oberarzt an der Universitätsklinik für Endokrinologie, Stoffwechsel und Klinische Chemie. Der Leiter der neuen Studienambulanz erklärt, dass das Problem in der Dogmatisierung des Surrogatparameters HbA1c liege. Surrogatparameter sind Laborwerte, die nur einen indirekten Rückschluss auf Stoffwechselprozesse liefern, aber keinen direkten Zusammenhang mit den eigentlichen Erkrankungen haben.

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Durch die ersten Ergebnisse der großen klinischen Studien Ende der 70er Jahre wurde klar, dass hohe Blutzuckerwerte und ein hoher HbA1c-Wert schlecht für die betroffenen Patienten sind und daher behandelt werden müssen. Nachbeobachtungen zeigten jedoch, dass die Blutzuckereinstellung beziehungsweise der HbA1c-Wert nur etwa elf Prozent aller Spätschäden erklärt. „Typische Diabetes-Spätschäden entstehen auch dann, wenn der Blutzucker nicht erhöht wird – das zeigen weitere Ergebnisse aus der Grundlagenforschung. Die Definition der Diagnose Diabetes mellitus kann daher nicht allein über einen erhöhten Blutzucker gestellt werden“, so Knopf.

Die Forscher wollen deshalb untersuchen, welche Stoffwechselvorgänge die Spätschäden verursachen.

© hil/aerzteblatt.de

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